Vulkan Kanlaon stößt Asche bis auf 3 km Höhe aus

Kanlaon am 5. April. © PHILVOLCS, KI-optimiert

Kanlaon erzeugt 7 Ascheemissionen innerhalb von 24 Stunden – möglicherweise durch Erdbeben angeregt

Der philippinische Vulkan Kanlaon zeigte gestern erneut deutliche Anzeichen erhöhter Aktivität. Einer Infografik des PHIVOLCS zufolge wurden innerhalb von 24 Stunden sieben Aschewolken ausgestoßen, teils in länger andauernden Emissionsphasen. In Ortschaften in Vulkannähe kam es zu Ascheregen; die Bevölkerung wurde aufgefordert, Staubschutzmasken zu tragen – ein sinnvolles Utensil auch für Vulkanbeobachter. Für den Flugverkehr wurden mehrere VONA-Warnungen ausgegeben.

Am 5. Mai 2026 registrierten Satelliten und Beobachter am Boden eine Eruption um 17:47 UTC. Laut Daten des Tokyo Volcanic Ash Advisory Center erreichte die höchste Aschewolke Flugfläche 100, also rund 3.000 Meter über dem Meeresspiegel, und driftete mit etwa 28 km/h nach Westen. Satellitenbilder bestätigten eine kompakte Aschewolke, die sich mehrere Kilometer vom Krater entfernte. Bereits kurze Zeit später wurden weitere Emissionen beobachtet, wobei sich die Asche in geringerer Höhe ausbreitete.

Parallel dazu meldete PHIVOLCS eine Phase „erhöhter Unruhe“. Innerhalb von 24 Stunden wurden sieben Ascheemissionen registriert, die zwischen sechs und 174 Minuten andauerten. Die eruptiven Prozesse gingen mit 19 vulkanisch bedingten Erdbeben einher. Darunter befanden sich sechs Tremor-Episoden mit einer Dauer von bis zu knapp zwei Stunden, die teilweise mit den länger anhaltenden Emissionen korrelierten.

Auch die Gasemissionen waren signifikant: Der Schwefeldioxid-Ausstoß lag bei 1.154 Tonnen pro Tag. Gleichzeitig wurde weiterhin Inflation registriert – ein klassisches Anzeichen für Druckzunahme im magmatischen System. Die Asche- und Dampffahnen erreichten zuletzt Höhen von etwa 800 Metern über Kraterniveau und wurden überwiegend nach Westen verfrachtet.

Die Alarmstufe bleibt auf Level 2, was auf moderate Unruhe mit der Möglichkeit weiterer Explosionen hinweist. Die Behörden warnen eindringlich davor, die permanente Gefahrenzone im Umkreis von vier Kilometern zu betreten oder den Luftraum in Vulkannähe zu nutzen.

Der mit 2.435 Metern höchste Gipfel der Insel Negros liegt an der Grenze der Provinzen Negros Occidental und Negros Oriental und gehört zu den aktivsten Vulkanen des Landes. Seine Lage im pazifischen Pazifischer Feuerring macht ihn zu einem bedeutenden Teil einer Region, die sowohl für häufige Vulkanausbrüche als auch für starke Erdbeben bekannt ist.

Erst am 4. Mai ereignete sich bei Samar im Osten der Philippinen ein starkes Erdbeben der Magnitude 6,0. Das Epizentrum lag etwa 300 Kilometer nordöstlich des Kanlaon, womit sich der Vulkan im erweiterten Einflussbereich des Bebens befand. Obwohl der Kanlaon bereits seit fast zwei Jahren aktiv ist, besteht die Möglichkeit, dass die erhöhte Aktivität der letzten 24 Stunden durch dieses Erdbeben zusätzlich angeregt wurde.