Anhaltender Erdbebenschwarm südwestlich des Langjökull – Rand des Vulkansystem betroffen
Seit einigen Tagen bebt es südwestlich des Langjökull, einem der größeren Gletscher Islands im Hochland. In den vergangenen 48 Stunden registrierte das IMO 25 Erdbeben mit variierenden Herdtiefen. Die Magnituden lagen überwiegend zwischen 1 und 2. Auf Wochensicht wurden deutlich mehr als 50 Beben festgestellt. Das stärkste Ereignis vom 11. Mai (Vnet berichtete) erreichte eine Magnitude von 3,0. Bei genauer Betrachtung manifestiert sich der Schwarm westlich des kleinen Seitengletschers Geitlandsjökull, der zum Langjökull-System gehört. Unter ihm verbirgt sich ein Tafelvulkan sowie der nördlich davon gelegene Zentralvulkan Prestahnúkur.

Betrachtet man die Morphologie der Landschaft auf hochauflösenden Satellitenbildern, erkennt man geradlinig verlaufende Geländestrukturen, die dem Westarm der isländischen Hauptriftzone folgen. Wahrscheinlich handelt es sich um tektonische Beben infolge der Divergenz. Möglich ist jedoch auch, dass magmatische Fluide entlang der Störungszonen aufsteigen und die Erdbeben triggern. Eine Bodendeformation wird derzeit nicht angezeigt.
Anhaltende Erdbeben gibt es auch am Grjótárvatn an der Basis der Snæfellsnes-Halbinsel. Hier wurden auf Wochensicht mehr als 30 schwache Erschütterungen in Tiefen zwischen 15 und 17 Kilometern registriert, die auf Fluide hindeuten, welche im unteren Bereich der Erdkruste intrudieren. Auffällig ist, dass sich in den vergangenen Wochen vermehrt Erdbeben im Westen Islands ereignen.
Dennoch steht auch der Südwesten weiterhin im Fokus des Interesses. Dort konzentriert sich die seismische Aktivität auf den Offshore-Bereich zwischen Reykjanestá und Eldey, aber auch auf das Krýsuvík-System.
Situation bei Svartsengi und Grindavik

Besonders zwischen dem 11. und 14. Mai wurden mehrere schwache Erdbeben zwischen Grindavik und Thorbjörn registriert. Insgesamt waren es 13 Ereignisse in den vergangenen sieben Tagen. Zudem wird dort eine relativ starke Bodenhebung detektiert: Seit November ist die Messstation GRIV nördlich von Grindavik wieder online und zeichnete eine Hebung von 15 Zentimetern auf. Doppelt so viel wurde an der Messstation SENG gemessen, wo sich der Boden seit August 2025 um 37 Zentimeter anhob. Nachdem die Hebegeschwindigkeit im Dezember deutlich zurückgegangen war, beobachten wir seit April wieder eine leichte Beschleunigung. Ein Vulkanausbruch in dem bekannten Gebiet bleibt weiterhin jederzeit möglich, wobei nicht ausgeschlossen werden kann, dass Grindavik erneut in Mitleidenschaft gezogen wird.