Erdbebenschwarm unter japanischem Vulkan Meakan-dake (Akan) – Diskussion um Erhöhung der Alarmstufe
In den letzten Tagen wurde der japanische Vulkan Meakan-dake auf Hokkaidō von einem starken Erdbebenschwarm erschüttert, der am 13. Mai seinen Höhepunkt erreichte. An diesem Tag wurden vom seismischen Netzwerk der JMA (Japan Meteorological Agency) 237 vulkanotektonische Erschütterungen registriert. Die seismische Aktivität konzentrierte sich dabei auf den Ponmachineshiri-Krater, dessen Schwefeldioxid-Ausstoß ebenfalls leicht zunahm. Die steigende Aktivität veranlasste die Vulkanbeobachtungsbehörde dazu, über eine Anhebung der Vulkanwarnstufe von 2 auf 3 nachzudenken.

Nach Angaben der JMA begann die Zunahme vulkanischer Erdbeben am Ponmachineshiri-Krater am 10. Mai und verstärkte sich ab dem Abend des 11. Mai deutlich. In den 24 Stunden bis zum Vormittag des 13. Mai – an dem ein Bericht zur Aktivität veröffentlicht wurde – registrierten die Messstationen 137 vulkanische Erdbeben, ein Wert, den die Behörde ausdrücklich als Zeichen anhaltend hoher Aktivität bezeichnete. Bis zum Abend summierte sich die Zahl auf 237 Erdbeben. Begleitend wurde vulkanischer Tremor beobachtet. Hierbei handelt es sich um ein besonders besorgniserregendes Signal, da Tremor direkt durch die Bewegung magmatischer Fluide ausgelöst wird und häufig im Zusammenhang mit Eruptionen auftritt.
Weitere Messungen zeigen zudem eine leichte Inflation des Vulkangebäudes sowie anhaltende Schwefeldioxid-Emissionen von etwa 300 bis 400 Tonnen pro Tag. Seit der letzten phreatischen Eruption vom 16. März wurde zwar keine neue Eruption beobachtet, doch der aktuelle Erdbebenschwarm markiert eine deutliche Verschärfung der Lage.
Die Unruhe am Meakan-dake begann bereits im vergangenen Spätsommer: Seit September 2025 war es zu mehreren phreatischen Eruptionen gekommen, die auch Vulkanasche förderten. Zudem stößt der 96-1-Krater beziehungsweise Förderschlot innerhalb des Ponmachineshiri-Kraters seit Monaten verstärkt heiße Dampf- und Gasfahnen aus.
Belastbare Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende größere Eruption gibt es derzeit allerdings nicht. Die JMA formuliert ihre Hinweise entsprechend vorsichtig: Sollte die vulkanische Aktivität weiter zunehmen, könnte die Warnstufe von 2 auf 3 angehoben werden. In den sozialen Medien wurde diese Botschaft zum Teil überhöht wiedergegeben.
Die Region um den Akan-See ist bei japanischen Wanderern beliebt. Eine Hochstufung der Warnstufe hätte unmittelbare Folgen für die touristische Infrastruktur: Wanderwege würden geschlossen und der Zugang zum Berg vollständig untersagt. Derzeit gilt lediglich eine Sperrzone mit einem Radius von 500 Metern um den Ponmachineshiri-Krater. Dabei handelt es sich um den aktivsten Krater des Komplexvulkans im Osten Hokkaidōs.
Erst am 27. April hatte sich in relativer Nähe zum Meakan-dake ein Erdbeben der Magnitude Mw 6,7 ereignet, dessen Epizentrum im Süden der Insel lag. Damals wies ich darauf hin, dass das Erdbeben die Aktivität der Vulkane beeinflussen könnte – eine Annahme, die nun bestätigt werden könnte, wenn auch wissenschaftliche Beweise ausstehen.
