Zwei spürbare Erdbeben im 4er-Bereich erschüttern die Romagna in Italien – Teil einer bekannten tektonischen Zone betroffen
Heute Morgen wurde die italienische Provinz Romagna von zwei kurz aufeinanderfolgenden Erdbeben erschüttert. Das erste Beben manifestierte sich um 09:27 Uhr Ortszeit als die Seismometer ein Beben der Magnitude 4,6registrierten. Nur 80 Sekunden später folgte ein weiteres mit der Magnitude 4,2. Die Epizentren lagen wenige Kilometer nördlich von Forli, zwischen Forli-Cesena, Ravenna und dem östlichen Rand der Emilia-Romagna. Die Herdtiefen befanden sich in 23 und18 Kilometern. Beide Erschütterungen waren in weiten Teilen der Region deutlich zu spüren, Schäden wurden nach ersten Angaben jedoch nicht gemeldet.

Zahlreiche Menschen berichteten von einem lauten Grollen, gefolgt von kurzen, kräftigen Erschütterungen. In Forli, Faenza, Ravenna und Cesena schwankten Lampen und Möbel, einige Anwohner verließen aus Vorsicht ihre Häuser und Arbeitsplätze. Auch im mehr als 50 Kilometern entfernten Rimini wurde das Beben noch schwach wahrgenommen. Viele Augenzeugen beschrieben zwei klar getrennte Stöße, was mit den Messungen gut übereinstimmt.
Seismologisch handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein Beben-Paar, dass sich an einer Störung des Romagna-Forli-Störungssystems ereignete. Die Herdtiefen von etwa 18 bis 23 Kilometern liegen im mittleren Bereich der Erdkruste und sind typisch für den nördlichen Apennin.
Tektonisch gehört das Gebiet zu einer der komplexesten Zonen Italiens. Die Romagna liegt an der Vorderfront des Apennins, wo die Adria-Mikroplatte gegen den italienischen Festlandblock gedrückt wird. Diese anhaltende Kompression führt zu Überschiebungen und schrägen Störungen, die immer wieder Erdbeben erzeugen. Historisch ist die Region keineswegs ruhig: Bereits im 17. und 19. Jahrhundert kam es zu starken Erdbeben bei Forli und Cesena, und auch die Emilia-Romagna-Sequenz von 2012 zeigte das seismische Potenzial der gesamten Zone.
Die aktuellen Beben waren moderat und verursachten keine größeren Schäden, erinnern aber daran, dass die Romagna Teil eines aktiven tektonischen Systems ist.