Japan: Erdbeben Mw 5,7 im Westen von Honshu

Starkes Erdbeben erschüttert West-Honshu in Japan – keine Tsunami-Warnung, aber erhöhte Wachsamkeit empfohlen

Datum: 06.01.2026 | Zeit: 01:18:48 UTC | Koordinaten  35.321 ; 133.124 | Tiefe: 10 km | Mw 5,7

Der Westen der japanischen Hauptinsel Honshu wurde am Dienstagmorgen von einem starken Erdbeben der Magnitude 5,7 erschüttert. Der Erdstoß ereignete sich um 10:18 Uhr Ortszeit (01:18 UTC) in einer Region 19 km westlich von Matsue, nahe der Küste des Japanischen Meeres. Das Epizentrum lag bei  den Dezimal-Koordinaten 35.321 ; 133.124, die Herdtiefe betrug zehn Kilometer.  Der Erdstoß wurde nicht nur deutlich gespürt, sondern ließ Gebäude stark schwanken. Größere Schäden wurden bis jetzt nicht gemeldet.

Japan. © EMSC/Leaflet

Das Beben war in weiten Teilen der Präfektur Shimane sowie in angrenzenden Regionen spürbar. In Matsue, rund 19 Kilometer nordnordwestlich des Epizentrums, berichteten Anwohner von deutlich schwankenden Gebäuden und herabfallenden Gegenständen. Auch in Fukuyama, knapp 100 Kilometer entfernt, wurde das Erdbeben noch wahrgenommen. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgegeben, da das Hypozentrum an Land lag.

Tektonisch liegt das betroffene Gebiet in einer komplexen Übergangszone. Während große Teile Japans durch die Subduktion der Pazifischen Platte und der Philippinischen Meeresplatte geprägt sind, dominieren im Westen Honshus vor allem intraplattennahe Störungszonen innerhalb der Eurasischen (bzw. Amur-)Platte. Das relativ junge Japanische Meer öffnete sich, und alte Krustenbrüche werden bis heute reaktiviert. Erdbeben in dieser Region entstehen daher häufig durch seitliche Verschiebungen entlang solcher Störungen und nicht ausschließlich durch klassische Subduktionsprozesse.

Historisch ist West-Honshu zwar weniger bekannt für Mega-Beben als der pazifische Küstenraum, blieb jedoch keineswegs verschont. Besonders in Erinnerung ist das Erdbeben von 1872 in der Region Hamada (ebenfalls Präfektur Shimane), das schwere Zerstörungen verursachte und tausende Opfer forderte. Auch im 20. und 21. Jahrhundert kam es wiederholt zu moderaten, aber lokal schadensträchtigen Beben. Das aktuelle Ereignis reiht sich somit in eine lange seismische Geschichte ein und unterstreicht, dass selbst abseits der großen Subduktionszonen Japans ein erhebliches Erdbebenrisiko besteht.

Auffällig ist, dass es in den letzten 24 Stunden entlang des Kamtschatka-Kurilengrabens und entlang des Japangrabens mehrere mittelstarke Erdbeben gab.