Kanarische Inseln: 41 Erdbeben auf Wochensicht

Anhaltend hohe Seismizität auf den Kanarischen Inseln – 41 Erschütterungen innerhalb einer Woche

Innerhalb einer Woche manifestierten sich 41 schwache Erdbeben im Bereich der Kanarischen Inseln, die besonders bei deutschen Urlaubern sehr beliebt sind. Die Erdbebenaktivität ist insbesondere auf und um Teneriffa erhöht, wo es zu 30 Erschütterungen kam. 18 dieser Beben ereigneten sich direkt unter der Insel und die meisten hiervon unter dem Pico del Teide. Der Vulkan bereitet sich langsam aber sicher auf eine Eruption vor.

Erdbeben Teneriffa. © INVOLCA

Das stärkste Erdbeben ereignete sich am 22. August und hatte eine Magnitude von 2,5. Das Epizentrum befand sich zwischen den Inseln Teneriffa und Gran Canaria, etwa dort, wo sich der submarine Vulkan Enmedio befindet. Es ist aber unklar, ob es sich um ein vulkanisch bedingtes Erdbeben oder um ein rein tektonisches Erdbeben handelte, denn in der Gegend gibt es auch Störungszonen, die seismisch aktiv sind.

Die Beben direkt unter Teneriffa und dem Pico del Teide könnten von magmatischen Fluiden verursacht werden, die von einer tiefen Magmaquelle entlang von Störungszonen aufsteigen und diese unter Spannung setzen, was letztendlich zu den Erschütterungen führt. Bei den Fluiden handelt es sich um Tiefenwässer und vulkanische Gase. Vor allem tritt Kohlendioxidgas aus, dessen Emissionsrate seit 2016 erhöht ist. Zudem stieg auch die Temperatur der Gasemissionen um ca. 2 Grad auf 82 Grad an. Die Daten deuten auf eine Erhöhung des Drucks im magmatischen System hin, was langfristig betrachtet zu einer Eruption führen kann. Die Vulkan-Warnampel steht auf Teneriffa aber noch auf „Grün“.




Das Gleiche gilt auch für die Vulkane der Inseln El Hierro, Lanzarote und Gran Canaria, wo augenblicklich keine Gefahr droht. Anders sieht es auf La Palma aus, wo die Vulkanwarnstufe weiterhin auf „Gelb“ steht. Grund hierfür ist, dass sich die Aktivität seit der Eruption von 2021 noch nicht ganz beruhigt hat. Es gibt zwar keine Eruptionen, aber einen erhöhten Gasausstoß.