Kanlaon erzeugt stärkere Explosion am 9. Juli

Kanlaon erzeugt stärkere Explosion, die als Schloträumer interpretiert wird – Schockwellen erreichen Ort

Am 9. Juli ist der philippinische Vulkan Kanlaon auf der Insel Negros in einer deutlich stärkeren Explosion als üblich ausgebrochen. Der Ausbruch ereignete sich nach einer dreitägigen Phase ohne VAAC-Meldungen, was allerdings auch dem schlechten Wetter mit starker Bewölkung geschuldet sein kann. Auch die Eruption heute fand unter dichter Bewölkung statt, weswegen keine genaue Höhenangabe der Aschewolke vorhanden ist. Nach Angaben lokaler Medien dauerte die eruptive Phase rund 20 Minuten, während PHILVOLCS die reine Explosionsdauer mit 3 Minuten angibt. Es wurden pyroklastische Ströme und glühende Auswurfprodukte beobachtet; zudem war in mehreren Ortschaften am Fuß des Vulkans eine Druckwelle zu spüren. Östlich des Vulkans wurde Ascheniederschlag festgestellt. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Kanlaon

Fotografien aus der Region zeigen eine Aschewolke, die trotz dichter Bewölkung zwischen den Wolkenschichten mehrere Kilometer hoch aufstieg. Aufgrund der ausgeprägten Bewölkung konnte die Aschewolke satellitengestützt nur eingeschränkt verfolgt werden, weshalb die zuständige Aschewarnzentrale keine genaue Höhenbestimmung vornehmen konnte.

Bereits am Vortag hatten die geophysikalischen Messdaten auf eine erhöhte Unruhe des Vulkans hingedeutet, als sich die Anzahl vulkanisch bedingter Erdbeben innerhalb von 24 Stunden fast verdoppelte und 19 Erschütterungen registriert wurden. Auffällig ist die Lage der meisten Erdbeben, die sich nicht unter dem Gipfelbereich des Kanlaon konzentrierten, sondern auf einer Linie nordwestlich davon. Ob die Erdbeben unmittelbar mit der Explosion des Folgetages zusammenhingen, lässt sich daher nicht beurteilen. Sie könnten vielmehr auf tiefen Magmenaufstieg entlang einer Nordwest-Südost-streichenden Störungszone hindeuten, der aber den Druck im flacheren Magmenreservoir erhöhte. Es wird auch darüber spekuliert, dass sich im Förderschlot eine Blockade gebildet hatte, die nun mit der Explosion herausgesprengt wurde.

Die Schwefeldioxid-Emission lag bei rund 2.454 Tonnen pro Tag, was ebenfalls fast doppelt so hoch wie am Vortag war. Zugleich blieb der Vulkankegel aufgebläht, ein Hinweis darauf, dass sich weiterhin Magma oder vulkanische Fluide im Untergrund bewegen.

Die Alarmstufe bleibt vorerst auf Stufe 2. Das Betreten der vier Kilometer umfassenden permanenten Gefahrenzone ist weiterhin untersagt; zudem wird der Luftverkehr aufgefordert, den Bereich um den Gipfel zu meiden. Die jüngste Eruption unterstreicht, dass am Kanlaon auch bei scheinbar ruhigen Oberflächenbedingungen jederzeit weitere plötzliche explosionsartige Ausbrüche möglich sind.