Vulkan Kuchinoerabujima auf Warnstufe 2 erhöht – Behörden warnen vor möglichem Ausbruch
Die seismische Aktivität auf der japanischen Vulkaninsel Kuchinoerabu hat am 9. Juli 2026 deutlich zugenommen. Die Observatorien von Fukuoka und Kagoshima haben deshalb eine Vulkanwarnung der Stufe 2 herausgegeben. Damit gilt rund um die Kraterbereiche ein Sperrgebiet. Die Warnstufe wurde von Stufe 1 („Achtung: aktiver Vulkan“) auf Stufe 2 („Beschränkungen im Kraterbereich“) angehoben.

Nach Angaben der japanischen Meteorologischen Behörde (JMA) registrierten die Messstationen seit etwa 1 Uhr morgens eine Zunahme vulkanischer Erdbeben. Zwischen etwa 1:00 Uhr und 2:15 Uhr wurden elf vulkanische Erschütterungen festgestellt. Die Behörden bewerten die Aktivität als erhöht und halten einen Vulkanausbruch für möglich.
Betroffen ist insbesondere der Bereich um die Krater Shin-dake und Kodake. Innerhalb eines Radius von etwa einem Kilometer besteht die Gefahr, dass bei einer Eruption große Gesteinsbrocken in ballistischen Flugbahnen aus dem Krater geschleudert werden. Zudem wird vor pyroklastischen Strömen gewarnt. Hierbei handelt es sich um ein extrem heißes Gemisch aus Gasen, Asche und Gesteinstrümmern, die mit hoher Geschwindigkeit die Vulkanhänge hinabströmen können.
Besondere Aufmerksamkeit gilt einem Gebiet von etwa zwei Kilometern westlich einer neuen Ausbruchsöffnung. Dort könnten pyroklastische Ströme auftreten. Auch außerhalb der unmittelbaren Gefahrenzone besteht eine mögliche Belastung durch Vulkanasche und kleinere Gesteinsfragmente, die durch den Wind über größere Entfernungen transportiert werden können.
Kuchinoerabujima gehört zur Präfektur Kagoshima und liegt südlich der japanischen Hauptinsel Kyushu im Bereich der Ryukyu-Inselkette. Der Vulkan gilt als aktiv und ist für seine teilweise explosiven Ausbrüche bekannt. Besonders der Ausbruch des Shin-dake-Kraters im Jahr 2015 zeigte das Gefahrenpotenzial des Vulkans: Damals kam es zu einer größeren Eruption, die eine vollständige Evakuierung der Inselbevölkerung erforderlich machte.