Anak Krakatau steigert eruptive Aktivität: Vulkan stößt Aschewolken bis in mehrere Kilometer Höhe aus
Der Inselvulkan Krakatau, der in der Sundastraße zwischen den indonesischen Inseln Java und Sumatra liegt, zeigt weiterhin eine erhöhte Aktivität. Diese geht von Anak Krakatau, dem jüngsten Vulkan der Inselgruppe, aus. Nach Angaben des PVMBG kam es am 8. Juli 2026 innerhalb von weniger als zehn Stunden zu sechs Eruptionen. Vor und während der Ausbrüche wurde intensiver Tremor registriert. Auch am 9. Juli meldeten verschiedene Vulkanüberwachungsstellen anhaltende Ascheeruptionen, die deutlich energiereicher ausfielen als an den Vortagen.
Die erste der sechs registrierten Eruptionen ereignete sich kurz nach Mitternacht um 0:11 Uhr Ortszeit. Wegen eingeschränkter Sichtverhältnisse konnte die Aschesäule nicht direkt beobachtet werden. Die Messgeräte zeichneten jedoch ein vulkanisches Signal mit einer maximalen Amplitude von 24 Millimetern und einer Dauer von 40 Sekunden auf.
Im weiteren Tagesverlauf verstärkte sich die Aktivität. Um 5:50 Uhr stieg eine graue bis schwarze Aschewolke etwa 250 Meter über den Gipfel des Vulkans auf. Der Ausbruch dauerte 44 Sekunden und erreichte eine maximale Amplitude von 26,1 Millimetern. Eine weitere Eruption um 7:11 Uhr erzeugte eine gleich hohe Aschesäule, die nach Nordwesten abdriftete. Die seismische Aufzeichnung zeigte dabei eine deutlich stärkere Aktivität mit einer Amplitude von 44,4 Millimetern.
Weitere Ausbrüche folgten um 8:42 Uhr, 9:35 Uhr und 9:54 Uhr. Die letzte gemeldete Eruption am 8. Juli erzeugte eine etwa 100 Meter über den Kraterrand aufsteigende graue Aschewolke. Der Vulkanbeobachtungsposten registrierte dabei eine Amplitude von 45 Millimetern bei einer Dauer von 13 Sekunden.
Viele der Eruptionen waren bei klarem Wetter gut zu beobachten, und Livecams lieferten Aufnahmen der Aschesäulen. Diese stiegen mitunter deutlich höher auf, als den Angaben des PVMBG zu entnehmen ist. Auch der Abgleich mit den Daten des VAAC stimmt nicht mit den vom PVMBG kommunizierten Aufstiegshöhen überein, wie sich an der bislang stärksten Eruption vom 9. Juli erkennen lässt.
Am 9. Juli bestätigte das Vulkanasche-Warnzentrum Darwin (VAAC) zudem eine anhaltende Ascheemission. Satellitendaten des Wettersatelliten Himawari-9 zeigten Vulkanasche in einer Höhe von rund 15.000 Fuß (etwa 4.600 Metern). Die Wolke bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von etwa zehn Knoten in nordwestlicher Richtung. In der Mitteilung des PVMBG heißt es hingegen, dass die Asche lediglich 400 Meter über den Gipfel von Anak Krakatau aufstieg, was einer Höhe von rund 557 Metern über dem Meeresspiegel entspricht. Möglich, dass hier nicht die maximale Aufstiegshöhe ermittelt wurde, sondern die nach einer definierten Zeitspanne nach der Eruption.
Vulkanologen gehen davon aus, dass die Eruptionen im Gipfelbereich weiterhin anhalten. Die Warnstufe bleibt auf III („Siaga“), der zweithöchsten Stufe des vierstufigen indonesischen Warnsystems.
