Rincon de la Vieja erzeugt vermehrt phreatische Eruptionen

Serie phreatischer Eruptionen am Rincon de la Vieja – Dampfwolke stieg 200 m hoch auf

Der costa-ricanische Vulkan Rincón de la Vieja ist in ein Stadium erhöhter hydrothermaler Unruhe eingetreten und erzeugt seit einigen Tagen häufig schwache phreatische Eruptionen. Die bislang stärkste erfolgte am Abend des 6. Juli, als eine Dampfwolke mindestens 200 m hoch über den Krater aufgestiegen war.

Der Rincón de la Vieja (auf Deutsch „Ecke der alten Frau“) hat eine Höhe von 1.916 Metern und liegt im Nordwesten Costa Ricas in der Provinz Guanacaste. Die Hänge des komplexen Schichtvulkans bergen einen einzigartigen tropischen Trockenwald mit zahlreichen endemischen Pflanzen und Tieren und sind in einem Nationalpark geschützt. Darüber hinaus gibt es Thermalgebiete mit Schlammpools und heißen Quellen, die auf das ausgedehnte Hydrothermalsystem hinweisen, das für seine plötzlichen Dampfexplosionen bekannt ist. Phreatische Eruptionen entstehen, wenn Grund- oder Oberflächenwasser durch die Hitze des Magmas schlagartig verdampft. Dabei werden Dampf, Gase und Gesteinsfragmente ausgeworfen, ohne dass frische Lava an die Oberfläche gelangt.

Am Montagabend registrierte das Vulkanologische und Seismologische Observatorium OVSICORI einen weiteren Ausbruch. Die Eruption erzeugte eine etwa 200 Meter hohe weiße Säule aus Wasserdampf und vulkanischen Gasen, die westwärts driftete. Messgeräte wie Seismographen, Infraschallsensoren und Überwachungskameras zeichneten das Ereignis um 20:51 Uhr auf. Ein Aschefall wurde nicht beobachtet.

Bereits seit Freitag war eine Serie kleinerer Ausbrüche im Gange. Gleichzeitig zeigte der Hintergrundtremor eine geringe bis mäßige Amplitude mit dominierenden Frequenzen von 3 bis 4 Hertz. Der Schwefeldioxid-Ausstoß wurde auf rund 1.500 Tonnen pro Tag geschätzt, was für einen überwiegend hydrothermal aktiven Vulkan vergleichsweise viel ist. Daher bleibt der Vulkan auf Warnstufe 2.

OVISCORI UNA west darauf hin, dass phreatische Explosionen am Rincón de la Vieja oft plötzlich und ohne eindeutige Vorzeichen auftreten. Daher wird Anwohnern und Besuchern empfohlen, die offiziellen Hinweise der Behörden aufmerksam zu verfolgen und die geltenden Sicherheitsmaßnahmen strikt einzuhalten.