Kenia: Sturzfluten treffen Hauptstadt Nairobi

Verheerende Sturzfluten kosten in Nairobi 23 Menschen das Leben – Menschengemachte Ursachen verstärkten die Naturkatastrophe in Kenia

In der kenianischen Hauptstadt Nairobi hat ein außergewöhnlich starkes Unwetter in der Nacht zum 7. März 2026 eine der schlimmsten Naturkatastrophen der letzten Jahre in der Region ausgelöst. Mindestens 23 Menschen kamen durch die Sturzfluten ums Leben, wie Polizei und Behörden berichteten. Die Zahl der Opfer könnte weiter steigen, da Rettungskräfte noch immer im Einsatz sind und etliche Personen vermisst werden.

Die Fluten setzten große Teile der Stadt innerhalb weniger Stunden unter Wasser. Torrentiale Regenfälle führten dazu, dass Straßen zu reißenden Flüssen wurden, die Fahrzeuge fortspülten und Wohnhäuser überfluteten. Besonders betroffen waren dicht besiedelte Stadtteile wie Mukuru, Kibra und Westlands, wo das Wasser meterhoch stand und Menschen verzweifelt versuchten, sich in Sicherheit zu bringen.

Die Folgen der Sturzfluten sind dramatisch. Neben den Toten wurden Dutzende Fahrzeuge zerstört oder weggespült, und viele Straßen und Brücken sind unpassierbar geworden. Teile des Stromnetzes fielen aus, weil Stromleitungen beschädigt wurden. Es kam zu Todesfällen infolge von Stromschlägen.

Der internationale Flughafen Nairobi wurde ebenfalls beeinträchtigt, da nicht nur Start- und Landebahnen unter Wasser standen, sondern auch Zufahrtswege. Airlines, darunter auch Kenya Airways, leiteten Maschinen in andere Städte wie Mombasa um.

Die unmittelbare Ursache der Katastrophe war ein außergewöhnlich starker, lang anhaltender Regen, der im Rahmen der aktuellen Regenzeit über Ostafrika niederging. Nairobi befindet sich derzeit in der sogenannten Langregenperiode, die typischerweise von März bis Mai andauert und mit heftigen, oft sintflutartigen Niederschlägen einhergeht. Obwohl die Regenzeit an sich normal ist, verläuft sie entweder immer stärker oder bleibt aus. Meteorologen sehen in der Zunahme extremer Wetterereignisse auch eine Folge des Klimawandels, der zu mehr Feuchtigkeit in der Atmosphäre und damit zu intensiveren Niederschlägen führt. Studien zeigen, dass solche extremen Regenfälle in Ostafrika infolge der Erwärmung wahrscheinlicher geworden sind.

Lokale Faktoren verschärften die Situation zusätzlich: unzureichende Entwässerungssysteme, verstopfte Abflüsse und versiegelte Bodenflächen verhinderten, dass das Wasser schnell abfließen konnte. In mehreren Slum‑ und Randbezirken funktionieren die städtischen Abwassersysteme kaum, was das Überschwemmungsrisiko erhöht.

Auf staatlicher Ebene wurde der Notstand ausgerufen: Präsident William Ruto mobilisierte Militär und Rettungskräfte, ordnete die Freigabe von Hilfsgütern an und versprach Unterstützung für die betroffenen Familien. Der kenianische Wetterdienst warnte gleichzeitig vor weiteren Regenfällen in den kommenden Tagen, was die Lage weiter verschärfen könnte.