Seltene Asccheeruptionen am Meakan-dake – mehrere Erdbeben zwischen Kamtschatka und Japan
Der japanische Vulkan Meakan-dake ist heute Nacht 2 Mal ausgebrochen und erzeugte keine Aschewolken. Der Vulkan liegt in der Akan-Caldera auf der japanischen Nordinsel Hokkaidō, die zwischen zwei Bebenspots vor Kamtschatka und Honshu eingespannt war. Möglich, dass das gesamte Störungsregime des Kamtschatka-Kurilengrabens und seine südliche Fortsetzung so unter Spannungen stehen, dass sie nicht nur Erdbeben auslösen, sondern auch der Vulkan dadurch aktiviert wurde.
Das VAAC Tokyo veröffentlichte um 06:16 UTC eine Aschewarnung für den Vulkan Meakan-dake, nach der Vulkanasche bis etwa Flugfläche FL050 (rund 1,5 km Höhe) ausgestoßen wurde und nach Südosten driftete. In den Satellitendaten des Wettersatelliten Himawari‑9 ließ sich jedoch keine eindeutig erkennbare Aschewolke identifizieren, vermutlich aufgrund der aktuellen Wetterbedingungen. In der entsprechenden Höhe wehte der Wind mit ca. 60 km/h aus Nordwest und trieb mögliche Aschepartikel nach Südosten.

Im bekannten Erdbebengebiet vor der Südostküste Kamtschatkas gab es mehrere mittelstarke Erdbeben und ein starkes Beben mit der Magnitude 5,9 in 22 Kilometern Tiefe. Vor Honshu bebte es mit den Magnituden 5,9 und 5,4 in mittleren Tiefen von mehr als 10 Kilometern Die stärksten Erdbeben ereigneten sich nach dem Vulkanausbruch, so dass sie als Auslöser nicht in Frage kommen.
Der Meakan-dake ist ein 1499 m hoher aktiver Stratovulkan, der am Rand der Akan-Caldera liegt. Diese große Caldera entstand vor mehreren zehntausend Jahren durch gewaltige explosive Eruptionen und beherbergt heute mehrere Seen sowie junge Vulkankegel. Der heutige Gipfelkomplex des Meakan-dake besteht aus mehreren überlappenden Kratern und Lavadomen. Der Vulkan gehört zu den aktivsten Vulkanen Hokkaidōs und zeigt regelmäßig phreatische und kleinere magmatische Explosionen, die Asche, Dampf und vulkanische Gase freisetzen.
Historische Ausbrüche sind seit dem 18. Jahrhundert dokumentiert; besonders bekannt sind Ereignisse im 20. und 21. Jahrhundert, bei denen wiederholt Asche bis in niedrige Flugrouten gelangte. Zuletzt geschah das im Oktober 2025. Aufgrund seiner Aktivität wird der Vulkan von der Japan Meteorological Agency kontinuierlich überwacht. Die aktuellen VAAC-Meldungen dienen vor allem der Luftfahrt, da selbst relativ niedrige Aschewolken für Flugzeuge gefährlich sein können.
