Semeru: Pyroklastischer Strom trifft Lahar

Semeru mit Abgängen von pyroklastischen Strömen und Lahar

Am 3.676 Meter hohen Vulkan Semeru auf Java (Indonesien) gab es gestern, am 7. März, zwei besondere Ereignisse: Am Morgen ging bei bewölktem Wetter ein pyroklastischer Strom ab, der auf halber Vulkanhöhe die Wolkendecke unterlief und geräuschlos sichtbar wurde. Später ereignete sich bei starkem Regen ein Lahar, der 90 Minuten lang aktiv war. Oft folgen die Lahare den Spuren der pyroklastischen Ströme durch die Schluchten am Vulkanhang, wodurch sekundäre Explosionen entstehen können, wenn die Schlammmassen über heiße Ablagerungen der Dichteströme fließen. Ob es sich diesmal wieder so verhielt, ist nicht bestätigt. Offiziell unbestätigt ist auch ein kleinerer Dichtestrom, der heute Morgen um 08:27 Uhr auf der Afar-TV-Livecam sichtbar wurde.

Der pyroklastische Strom gestern manifestierte sich gegen 10:20 Uhr Lokalzeit und ging mit einer Aschewolke einher, die bis über Gipfelhöhe des Vulkans aufstieg. Die genaue Höhe konnte aber nicht festgestellt werden, wie Sigit Rian Alfian, ein Mitarbeiter der Beobachtungsstation Semeru, gegenüber der Nachrichtenagentur Antara erzählte. Auf den Seismogrammen zeichnete sich der Ausbruch durch eine maximale Amplitude von 12 Millimetern und eine Dauer von etwa 4 Minuten und 35 Sekunden ab. Der pyroklastische Dichtestrom – vor Ort oft als Lawine bezeichnet – bewegte sich in südöstlicher Richtung entlang des Besuk Kobokan. Genaue Entfernungen ließen sich wegen der Sichtverhältnisse nicht ermitteln.

Insgesamt wurden am Samstag 86 explosive Eruptionen registriert. Das klingt nach viel, doch tatsächlich gab es noch im Januar etwa doppelt so viele Eruptionen pro Tag. Darüber hinaus gab es zahlreiche Beben, die durch Schuttlawinen und starke Entgasungen verursacht wurden. Es gab einen harmonischen Tremor. Das seismische Signal des Lahars dauerte 90 Minuten. Ob er eventuell wieder Schäden anrichtete, wurde noch nicht kommuniziert.

Die Behörden haben für den Semeru die Alarmstufe III ausgerufen. Es wird dringend empfohlen, jegliche Aktivitäten im südöstlichen Sektor entlang des Besuk Kobokan bis zu 13 Kilometer vom Gipfel zu vermeiden. Auch in einem Umkreis von 500 Metern entlang des Flussufers sollten Menschen vorsichtig sein, da pyroklastische Ströme und Lavaströme bis zu 17 Kilometer weit reichen können. Zusätzlich sollte der Bereich innerhalb von 5 Kilometern um den Krater wegen der Gefahr ausgeworfenen glühenden Materials gemieden werden.

Besondere Vorsicht gilt entlang der Flüsse und Täler, die am Gipfel des Semeru entspringen. Die Behörden warnen vor heißem Material, Lavaströmen und Laharen, die schnell lebensgefährlich werden können.