Villarrica: Magma im Förderschlot bestätigt

Observierungsflug über den Villarrica-Krater in Chile: Magma im Schlot entdeckt

Ein Helikopterflug chilenischer Vulkanologen über den Vulkan Villarrica hat in diesen Tagen neue Einblicke in den Krater geliefert. Geowissenschaftler des Servicio Nacional de Geología y Minería (SERNAGEOMIN) bestätigten dabei geschmolzenes Material tief im Krater. Die Beobachtung zeigt, dass sich weiterhin Magma im oberen Fördersystem des Vulkans befindet. Dennoch bewerten die Experten die Lage derzeit als stabil: Die technische Warnstufe bleibt auf Grün.

Villarrica

Der Villarrica zählt zu den aktivsten Vulkanen Südamerikas. Der 2847 Meter hohe Stratovulkan erhebt sich über dem beliebten Touristenzentrum Pucón und ist seit Jahrzehnten Gegenstand intensiver wissenschaftlicher Beobachtung. Charakteristisch ist sein offenes Fördersystem, in dem sich häufig ein Lavasee oder zumindest sehr oberflächennahes Magma befindet. Dadurch kommt es immer wieder zu strombolianischen Explosionen, Gasemissionen und nächtlicher Kraterglut.

Auch in den vergangenen Monaten registrierten die Messstationen des nationalen Vulkanüberwachungsnetzes wiederholt Aktivität. Seismische Sensoren zeichneten schwache vulkanische Tremorsignale auf, die typischerweise mit der Bewegung von Gas und Magma im Schlot zusammenhängen. Zeitweise wurden zudem leichte thermische Anomalien sowie Gasfahnen über dem Krater beobachtet. Größere explosive Ereignisse blieben aber aus.

In einzelnen Phasen erhöhte sich die Unruhe kurzzeitig. Vulkanologen meldeten vereinzelte langperiodische Erdbeben – Signale, die auf Druckveränderungen im Magmasystem hinweisen können. Solche Episoden sind am Villarrica jedoch nicht ungewöhnlich und enden häufig ohne Eruption.

Der aktuelle Überflug bestätigt nun das Bild eines dauerhaft aktiven, aber momentan stabilen Vulkans. Solange sich die Lava tief im Krater befindet und keine deutliche Zunahme der Seismizität oder Gasemissionen einsetzt, sehen die Behörden keinen Anlass, die Warnstufe anzuheben.

Auf den Aufnahmen, die bei dem Helikopterflug gemacht wurden, kann ich zwar Entgasungen aus dem Krater erkennen, die vermuten lassen, dass tief im Schlot Magma steht, rotglühende Schmelze war für mich allerdings nicht erkennbar.

Für Wissenschaftler bleibt der Villarrica dennoch ein Vulkan, dessen Aktivität sich schnell ändern kann, weshalb weiterhin rund um die Uhr überwacht wird.