Gewaltige Lavafontänen am Himmel über Halemaʻumaʻu – Eruptionsphase 43 endet am Kilauea nach neun Stunden
Am Gipfel des hawaiianischen Vulkans Kilauea ist eine weitere spektakuläre Eruptionsphase zu Ende gegangen. Episode 43 der seit Weihnachten 2024 andauernden Aktivität im Krater Halemaʻumaʻu endete am 10. März 2026 um 18:21 Uhr Ortszeit. Nach mehr als neun Stunden intensiver Aktivität fielen die Lavafontänen abrupt in sich zusammen – nur damit der Vulkan nach einer deflationären Phase während der Eruption gleich in eine neue Vorbereitungsphase für den nächsten Vulkanausbruch übergehen konnte und anfing sich wieder aufzublähen.
Die Eruption begann gegen 9:17 Uhr HST, etwa eine Stunde nach ersten Vorläufersignalen, die sich durch starken Tremor und eine deutliche Veränderung der Bodenverformung ankündigten. Die beiden bekannten Schlote am südwestlichen Kraterrand aktivierten sich nacheinander: Schon kurz vor 10 Uhr erreichte die nördliche Lavafontäne Höhen von über 100 Metern. Wenig später steigerten sich beide Schlote zu einer gewaltigen Eruptionsphase: Um 10:50 Uhr übertrafen die Fontänen bereits 300 Meter Höhe, kurz nach 11 Uhr wurden Spitzenwerte von mindestens 400 Metern erreicht. Im weiteren Verlauf blieb die südliche Fontäne meist deutlich höher als ihr nördliches Pendant.
Die beiden Lavafontänen schleuderten große Mengen glühender Tephra und Asche in die Atmosphäre. Die Eruptionswolke stieg zeitweise auf über 10.000 Meter Höhe auf und wurde von schwachen Südwestwinden nach Norden und Osten getragen. Das VAAC Washington veröffentlichte eine VONA-Warnung für den Flugverkehr, nach der die Aschewolke bis auf Fl 320 aufstieg und nach Osten driftete. Entlang des Nordrandes der Kīlauea-Caldera gingen beträchtliche Tephramengen nieder. Am Aussichtspunkt Uēkahuna wurden Ablagerungen von bis zu 18 Zentimetern gemessen, während in der Siedlung Volcano Golf Course sogar bis zu 15 Zentimeter große Tephra-Partikel gemeldet wurden. Im Laufe der Zeit wächst am Kraterrand ein neuer Schlackenkegel bzw. eine Tephradüne.
Die Intensität des Ausbruchs veranlasste das United States Geological Survey, die Warnstufe kurzfristig auf Rot zu erhöhen. Straßen wurden gesperrt, Besucher aus dem Hawaii-Volcanoes-Nationalpark evakuiert und eine Aschefallwarnung ausgegeben. Asche, feine Partikel und sogenannte Pele-Haare wurden schließlich noch in rund 45 Kilometer Entfernung bis in die Stadt Hilo getragen.
Während Episode 43 strömten schätzungsweise 12 Millionen Kubikmeter Lava aus und bedeckten etwa die Hälfte des Kraterbodens von Halemaʻumaʻu. Seit Beginn der aktuellen Aktivitätsphase im Dezember 2024 summiert sich das geförderte Lavavolumen damit auf rund 250 Millionen Kubikmeter.
