Aschewolke in 2400 m Höhe am Krasheninnikov detektiert – Lavastromtätigkeit hält an
Erst gestern wies ich in einem Update zum russischen Vulkan Krasheninnikov auf der Halbinsel Kamtschatka auf die Möglichkeit explosiver Eruptionen hin, die Aschewolken erzeugen können, obwohl der Vulkan derzeit überwiegend effusiv tätig ist. Dass bereits einen Tag später tatsächlich eine Aschewolke beobachtet wurde, war allerdings eher Zufall als Vorsehung. Hier die Details:

In der Nacht zum Sonntag registrierte das VAAC Tokio eine Aschewolke, die vom Krasheninnikov ausging, eine Höhe von 2400 Metern erreichte und sich mit den Höhenwinden nach Südosten ausbreitete.
Die Erwartung einer explosiven Eruption erhält nach Einschätzung der KVERT-Vulkanologen jedoch einen Dämpfer: Ihrer Ansicht nach handelte es sich wahrscheinlich um bereits am Vulkanhang abgelagerte Asche, die durch starke Windböen aufgewirbelt und in die Höhe getragen wurde. Das KVERT-Observatorium meldete eine rund 60 Kilometer lange Aschefahne südlich des Vulkans und beließ den Luftfahrt-Warncode auf Gelb.
Entsprechende Phänomene kennt man auch von anderen Vulkanen Kamtschatkas, etwa vom Klyuchevskoy oder Shiveluch, wo insbesondere im Herbst starke Winde häufig Asche remobilisieren. Dennoch ist auf einem aktuellen Sentinel-Satellitenbild von heute zu erkennen, dass aus dem Krater eine dichte Dampfwolke aufsteigt. Meiner Ansicht nach besitzt der Vulkan durchaus das Potenzial für kräftige Exhalationen, bei denen auch Asche aus dem Förderschlot ausgeworfen werden kann.
Auch die Forscher von KVERT halten daher an ihrer Warnung fest: Trotz des derzeit überwiegend ruhigen Lavaausflusses bleibt Vorsicht geboten. Jederzeit könnten stärkere Ascheemissionen auftreten, deren Wolken Höhen von bis zu sechs Kilometern über dem Meeresspiegel erreichen. Vor allem der regionale Flugverkehr muss die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen, da selbst vergleichsweise kleine Aschewolken für Flugzeuge eine erhebliche Gefahr darstellen können.