Vulkan Sakurajima eruptiert 3300 m hohe Aschewolke

Vulkanausbruch am Sakurajima fördert 3300 Meter hohe Aschewolke – Großstadt Kagoshima schaut gebannt zu

Nach mehr als drei Wochen ohne größere Eruption ist der japanische Vulkan Sakurajima am Sonntagmorgen europäischer Zeit erneut ausgebrochen. In Japan war es zum Zeitpunkt des Ausbruchs Samstagnachmittag, 16:57 Uhr, als sich am Minamidake-Gipfelkrater eine Explosion ereignete. Dabei wurde eine dunkel gefärbte Aschewolke gut 1700 Meter über den Krater hinausgeschleudert. Satellitenaufnahmen zeigten die Asche anschließend in einer Höhe von etwa 3300 Metern über dem Meeresspiegel, wo sie mit dem Wind nach Norden driftete – direkt auf den internationalen Flughafen von Kagoshima zu. Die japanische Wetterbehörde hält die Warnstufe 3 aufrecht, die das Betreten des Vulkans untersagt.

Der Ausbruch konnte aufgrund zeitweise dichter Bewölkung nicht von allen Überwachungskameras aufgezeichnet werden. Der beste Blick bot sich von der zehn Kilometer entfernt gelegenen Großstadt Kagoshima aus, wo nicht nur die Kameras auf den Vulkan gerichtet waren, sondern auch viele der rund 594.000 Einwohner das Geschehen verfolgten. Die Stadt liegt südwestlich des Vulkans auf der gegenüberliegenden Seite der gleichnamigen Bucht. Die Aufnahmen zeigen, wie sich eine dichte Aschewolke mit markanter Blumenkohlstruktur langsam über die Wolkendecke erhebt, die den Gipfel des Sakurajima verhüllte. Trotz des vergleichsweise geringen Explosionsdrucks beziehungsweise der moderaten Aufstiegsgeschwindigkeit der Eruptionswolke wurde eine beträchtliche Menge Asche ausgestoßen.

Die Eruption reiht sich in eine bereits mehrere Jahre andauernde Phase erhöhter Aktivität ein, in der es im Abstand von wenigen Tagen bis mehreren Wochen immer wieder zu Serien aufeinanderfolgender Explosionen kommt. Hält sich der Sakurajima an dieses bekannte Muster, dürften in den kommenden zwei bis drei Tagen weitere Ausbrüche folgen, die durchaus stärker ausfallen könnten als die heutige Eruption.

Bereits in den vergangenen Tagen registrierten die Vulkanologen wiederholt kleinere Ascheexhalationen sowie nächtliches Glühen am Minamidake-Krater. Am benachbarten Showa-Krater blieb die Aktivität hingegen gering. Besonders auffällig ist der Anstieg der Schwefeldioxid-Emissionen: Bei Messungen Anfang Juli wurden täglich rund 3000 Tonnen des vulkanischen Gases freigesetzt – mehr als doppelt so viel wie noch Mitte Juni. Die Zahl der vulkanotektonischen Erdbeben blieb dagegen niedrig.

Geodätische Messungen deuten darauf hin, dass sich tief unter der Aira-Caldera weiterhin Magma ansammelt. Eine langsame Ausdehnung des Untergrunds bestätigt, dass das magmatische System unter der Bucht von Kagoshima nach wie vor unter Druck steht.

Für die Umgebung des Vulkans gelten weiterhin strenge Vorsichtsmaßnahmen. Im Umkreis von etwa zwei Kilometern um die aktiven Krater können große Gesteinsbrocken niedergehen; zudem besteht die Gefahr pyroklastischer Ströme. In Windrichtung ist mit erheblichem Ascheregen sowie dem Transport kleiner Lavapartikel über größere Entfernungen zu rechnen. Selbst die Druckwellen explosiver Eruptionen können noch in einiger Entfernung Schäden verursachen.