Laacher See Vulkan: Bodenhebung auf neuer Karte sichtbar

  • Copernikus veröffentlichte eine interaktive Karte zur Bodendeformation
  • Der neue Service heißt European Ground Motion Service
  • Auf der Karte sind Bodenhebungen am Laacher See Vulkan sichtbar
  • Die Daten wurden allerdings zwischen 2016 und 2020 erhoben

Neues Tool erfasst Bodenhebungen am Laacher See Vulkan bis 2020

Ein recht neues Tool findet sich in einer interaktiven INSAR-Karte Europas, die vom European Ground Motion Service (EGMS) zur Verfügung gestellt wird. Auf der Karte stellen unzählige farbige Punkte Bodendeformationen in Europa dar, die sich -laut Pressemeldungen- innerhalb eines Jahres ereigneten. Bodendeformationen sind für uns Vulkanspotter von besonderem Interesse, da sie an Vulkanen Hinweise auf deren Aktivität geben können und somit ein wichtiges Instrument für die Vorhersage von Vulkanausbrüchen darstellen. Tatsächlich lassen sich Bodenhebungen an den italienischen Vulkanen Campi Flegrei und Ätna detektieren, selbst wenn es beim EGMS die Einschränkungen gibt, dass die Gipfelbereiche von Vulkanen von der Anzeige in der Karte ausgenommen sind. Hier liegt die Interpretationshoheit der Daten bei den zuständigen Observatorien. Nicht ausgespart sind die Maare und Schlackenkegel der deutschen Vulkaneifel. Diese habe ich heute einmal genauer betrachtet und festgestellt, dass die Karte Bodendeformationen im Bereich des Laacher-See Vulkans anzeigt. Allerdings -und hier kommt die große Einschränkung- scheinen die Daten nicht die aktuelle Bodenhebung widerzuspiegeln, sondern greifen auf Daten zurück, die zwischen 2016 und 2020 gesammelt wurden. Zu dieser Erkenntnis gelangt man, wenn man auf die einzelnen Farbpunkt klickt: es öffnet sich eine kleines Fenster mit Details zu den Daten. Diesen Umstand entdeckte ich beim Schreiben des Artikels.

Bodenhebung am Laacher See Vulkan

Am signifikantesten war die Bodenhebung bis 2020 im Nordwesten des Laacher-See Vulkans. Dort beträgt sie lokal bis zu 4 Zentimeter. Auch an anderen Stellen des Maars mit Caldera-Charakter lassen sich Bodenhebungen erkennen. Aber Vorsicht, es ist wahrscheinlich, dass sie von Menschenhand verursacht wurden, denn wenn man in die Karte des EGMS hineinzoomt, erkennt man, dass diese Spots in Bereichen liegen, in denen sich Steinbrüche befinden. Dort wird Lavagestein aus dem Ringwall des Laacher See-Vulkans abgebaut. Normalerweise sollte man meinen, dass dort dann Bodensenkungen festgestellt werden, doch klar ist auch, dass der Abraum irgendwo aufgeschüttet werden muss. Diese Daten sind auf jeden Fall mit Skepsis zu betrachten. Einzig im Nordwesten des Laacher Sees gibt es eine Bodenhebungszone unter dem Ort Glees. Dort finden keine Abbauarbeiten statt, dafür gibt es in der Nähe des Dorfes eine Kohlendioxid-Abfüllanlage, die im Zentrum der Bodenhebung liegt. Dort ereigneten sich in den vergangenen Jahren schwache Erdbeben, die mit Fluidbewegungen im Zusammenhang stehen könnten. Von Forschern wurden mehrere Szenarien aufgestellt, die beim Aufstieg einer Gasblase anfangen und bis zur Bildung eines Magmenkörpers reichen. Ich gehe davon aus, dass die Deformationen im Zusammenhang mit magmatischen Fluiden in Gasform zusammenhingen. Das Gas könnte von einem Magmenkörper in größerer Tiefe stammen. Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass die Daten offenbar nicht aktuell sind und keine Daten zum Ist-Zustand liefern. Über die früheren Bodenhebungen wurde bereits in diesem Artikel berichtet.

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