Gelbe Warnstufe für den Vulkan Láscar – erhöhte seismovulkanische Aktivität in Nordchile
Die chilenischen Behörden haben die Warnstufe für den Vulkan Láscar von Grün auf Gelb angehoben. Grund ist eine deutliche Veränderung mehrerer Überwachungsparameter, die auf eine zunehmende Instabilität des Vulkansystems hinweisen. Die Entscheidung wurde nach einer technischen Sitzung zwischen dem SERNAGEOMIN (Bergbaubehörde) und dem SENAPRED (Katastrophenschutzbehörde) getroffen.
Nach Angaben der Behörden wurde in den vergangenen Wochen ein anhaltender Anstieg der vulkanotektonischen Seismizität registriert. Diese Erdbeben stehen mit dem Aufbrechen von Gestein unter dem Vulkan in Verbindung, das infolge von Fluidaufstieg geschieht. Zusätzlich stellten Satellitenmessungen eine Zunahme der thermischen Strahlung sowie höhere Schwefeldioxid-Emissionen fest. Die Daten deuten darauf hin, dass sich möglicherweise ein Magmakörper in relativ geringer Tiefe unter dem Vulkan bildet.
Geoforscher warnen, dass unter solchen Bedingungen kleinere Explosionen oder eruptive Impulse ohne Vorwarnung auftreten können. Diese könnten energiereicher sein als die normalerweise am Láscar gemessenen Aktivitätsphasen.
Als Vorsichtsmaßnahme hat SERNAGEOMIN einen Gefahrenradius von drei Kilometern um den aktiven Krater festgelegt. Darauf aufbauend ordnete SENAPRED einen erweiterten Sicherheitsperimeter von fünf Kilometern an, um den Zugang zu potenziell gefährdeten Bereichen einzuschränken. Gleichzeitig wurde für die Gemeinde San Pedro de Atacama eine präventive Frühwarnung ausgerufen.
Der amtierende nationale Direktor von SERNAGEOMIN, Mauricio Lorca, erklärte, dass mögliche Aktivität des Vulkans ballistische Gesteinsbrocken, Gaswolken und Asche freisetzen könnte. Je nach Windrichtung könne sich die Asche auch über größere Entfernungen ausbreiten. Die Aktivität werde deshalb rund um die Uhr vom Vulkanologischen Observatorium der Südlichen Anden überwacht.
Der 5.592 Meter hohe Láscar ist einer der aktivsten Vulkane im Norden Chiles. Sein Gipfel besitzt fünf ineinander verschachtelte Krater, von denen der zentrale Krater die meisten historischen Eruptionen hervorbrachte. In der nationalen Risikorangliste belegt er Platz 14 und ist das einzige als Hochrisikovulkan eingestufte Vulkansystem Nordchiles.
In Chile stehen noch die Vulkane Laguna del Maule – die Ähnlichkeiten mit den Campi Flegrei aufweist – und der Vulkan Planchón-Petora auf „Gelb“.
