Marapi: Explosive Eruption verursachte lauten Knall

Lauter Knall: Eine explosive Eruption erschütterte den Marapi auf Sumatra

Die Anwohner des indonesischen Vulkans Marapi wurden heute Abend vom Knall einer lauten Explosion aus ihrer Ruhe gerissen, als es gegen 19:59 Uhr Ortszeit zu einem Ausbruch kam. Das Unheimliche an dem Geschehen war, dass die Eruption nur zu hören, aber aufgrund dichter Bewölkung nicht zu sehen gewesen war. Dennoch gab es vom VAAC Darwin eine VONA-Warnung, nach der die Aschewolke in fast 4000 m Höhe (Fl130) vermutet wurde und ostwärts trieb.

VONA-Warnung Marapi

Der Ausbruch wurde vom zuständigen Observatorium seismisch registriert. Auf dem Seismogramm zeigte sich eine maximale Amplitude von 30,3 Millimetern bei einer Dauer von rund 35 Sekunden.

Bislang liegen keine Berichte über Aschefall in bewohnten Gebieten vor. Der Vulkan verbleibt weiterhin in Warnstufe II (Waspada). Die Behörden empfehlen dringend, alle Aktivitäten im Umkreis von drei Kilometern um den Krater zu unterlassen.

Die Eruption kam nicht ganz ohne Ankündigung, denn in den letzten 24 Stunden wurden 4 Tremor-Signale mit Maximalamplituden von 1,8 Millimetern und bis zu 113 Sekunden Dauer aufgezeichnet. Tremor deutet im Allgemeinen auf Fluidbewegungen im Untergrund hin. Vermutlich war Grundwasser verdampft worden und es kam zu einer phreatischen Explosion.

Zudem gab es zwei tiefe vulkanotektonische Erdbeben mit Amplituden von 0,9 bis 1,5 Millimetern und 5 tektonisch bedingte Erschütterungen. Bis auf den Tremor war die Erdbebenaktivität unauffällig.

Die indonesischen Vulkanologen und die Regionalregierung rufen die Bevölkerung zu Vorsicht und Besonnenheit auf. Insbesondere bestehen sie auf strikter Einhaltung des Sperrradius von drei Kilometern um den Verbeek-Krater. Anwohner entlang von Tälern und Flussläufen, die am Marapi entspringen, sollen sich der Gefahr von Laharen bewusst sein. Bei möglichem Aschefall wird das Tragen von Atemschutzmasken empfohlen.

In der Vergangenheit kam es wiederholt zu tödlichen Zwischenfällen, insbesondere mit Bergsteigern, die sich zu nah am Krater aufhielten. Daher gilt Marapi als Vulkan, bei dem Zugangsverbote strikt durchgesetzt werden müssen.

Der Mount Marapi ist einer der aktivsten Vulkane Indonesiens. Er liegt auf der Insel Sumatra, etwa 20 Kilometer nordöstlich der Stadt Bukittinggi, und erreicht eine Höhe von rund 2.891 Metern. Der Stratovulkan gehört zum Sunda-Vulkanbogen, der durch die Subduktion der Indo-Australischen Platte unter die Eurasische Platte entsteht.