Mayon: Ascheemissionen nach Pause

Mayon emittiert nach mehrwöchiger Pause erneut Asche-Dampfwolken

Am Mayon auf den Philippinen hat die vulkanische Aktivität zum ersten Mal in diesem Monat zu einer Ascheemission geführt, die beim VAAC Tokyo eine VONA-Warnung ausgelöst hat. Am 13. September stieg eine Aschewolke etwa 600 Meter über den Gipfelkrater auf und driftete anschließend in südöstliche Richtung. Die Emission wurde am frühen Morgen gegen 06:21 Uhr Ortszeit von den Überwachungskameras der Mayon Volcano Observatory Station auf dem Ligñon Hill sowie der Station in Ligao aufgezeichnet.

Nach Angaben des VAAC Tokyo begann die Emission am 12. September um 21:52 UTC. Eine zunächst per Satellit gemeldete Aschewolke erreichte Flugfläche FL100, also etwa 3.000 Meter über dem Meeresspiegel, und breitete sich nach Südosten aus. Bei einer späteren Auswertung um 22:40 UTC war die Aschewolke auf den Satellitenbildern allerdings nicht mehr eindeutig identifizierbar. Das VAAC kündigte weitere Warnungen nur für den Fall an, dass erneut Vulkanasche auf den Satellitenaufnahmen erkannt wird.

Die Aktivität des Mayon bleibt insgesamt erhöht, aber weit unter dem Niveau, das wir in der ersten Jahreshälfte sahen. PHIVOLCS registrierte innerhalb von 24 Stunden 24 vulkanische Erdbeben. Gleichzeitig war ein Kraterleuchten mit bloßem Auge schwach bis mäßig gut sichtbar. Die Schwefeldioxid-Emission wurde am 12. September mit 841 Tonnen pro Tag angegeben. Zudem bildete sich eine moderate Dampfwolke, die bis zu 500 Meter über dem Krater aufstieg und nach Südosten verfrachtet wurde.

Die Bodendeformation weist weiterhin auf einen aktiven Magmenkörper unter dem Vulkan hin. Die Vulkanologen bestätigten eine anhaltende Inflation des Vulkangebäudes, die lediglich im nordöstlichen Sektor kurzfristig von einer Deflation überlagert wurde. Damit gibt es weiterhin Hinweise auf Veränderungen im vulkanischen System unterhalb des Mayon und eine Verstärkung der eruptiven Aktivität ist jederzeit möglich.

PHIVOLCS belässt die Alarmstufe des Mayon auf „2“. Dieser Alarmstatus gilt seit dem 5. August. Zuvor stand der Alarmcode seit dem 6. Januar auf „3“.  Der Zutritt zur permanenten 6-Kilometer-Gefahrenzone ist verboten beziehungsweise soll unbedingt vermieden werden. Auch Flugzeuge sollen den Gipfelbereich nicht überfliegen. Als mögliche Gefahren nennt PHIVOLCS plötzliche phreatische Eruptionen, Steinschläge und Lawinen sowie Lahare bei starken oder länger anhaltenden Niederschlägen. Die jüngsten Ascheemissionen zeigen, dass der Mayon trotz der derzeit vergleichsweise moderaten Aktivität weiterhin ausbruchsfähig ist.