Mayon: Gefahrenpotenzial des Vulkanausbruchs bleibt hoch

Hohes Aktivitätsniveau des Mayon bestätigt – pyroklastische Ströme glitten bis zu 4 Kilometer weit

Der Vulkan Mayon auf den Philippinen bleibt laut Einschätzung der zuständigen Vulkanologen von PHILVOLCS weiterhin hochaktiv. Die überwiegend effusive Eruption des Lavadoms und die damit einhergehenden Abgänge von pyroklastischen Strömen und die hohe Lahar-Gefahr stellen für die umliegenden Gemeinden weiterhin eine ernste Gefahr dar.

Die Eruption hat seit dem 6. Januar deutlich an Fahrt aufgenommen: Vom Dom ausgehend fließen Lavaströme an den Süd- und Osthängen. Diese Aktivität wird begleitet von häufigen Felsstürzen, glühenden Schuttlawinenabgängen und pyroklastischen Dichteströmen (PDCs). Diese fließen besonders durch die Schluchten Mi-isi, Bonga und Basud und bewegen sich noch innerhalb der permanenten Gefahrenzone von sechs Kilometern.

Laut der aktuellen Tätigkeitszusammenfassung der Vulkanologen kam es am 8. und 9. Februar zu einer markanten Intensivierung der Aktivität. Die Zahl der Felsstürze erreichte einen neuen Höchstwert. Am Folgetag wurden die bislang größten PDC-Ereignisse registriert. Mehrere Abgangsserien erzeugten kilometerhohe Aschewolken, die westwärts verfrachtet wurden und in Teilen von Camalig und Guinobatan teils kräftigen Ascheregen verursachten. Als besonders alarmierend werden die Abgänge von bis zu 4 Kilometer langen PDCs gewertet, die sich in der Mi-isi-Schlucht bewegten. Es waren die längsten Dichteströme seit Beginn der Eruption. Sie sind auf Einstürze instabiler Lavafronten nahe dem Krater zurückzuführen, die große Mengen Materials mobilisierten.

Die geophysikalischen Überwachungsdaten belegen – abseits der sichtbaren Aktivität – die anhaltende Unruhe: häufige niederfrequente Erdbeben als Hinweis auf Gasbewegungen im flachen Untergrund, hohe Schwefeldioxid-Emissionen sowie messbare Bodenaufblähung durch Magmaintrusionen. Trotz der jüngsten PDC-Serie bewerten Vulkanologen die Ereignisse als kurzzeitige Zuspitzung innerhalb eines insgesamt stabil hohen Aktivitätsniveaus.

Die Alarmstufe bleibt bei 3. Das bedeutet: Eine weitere Aktivitätssteigerung bis hin zu einem Vulkanausbruch mit deutlich höherem Gefahrenpotenzial ist jederzeit und ohne weitere Vorwarnung möglich. Die Situation könnte eskalieren und pyroklastische Dichteströme hervorbringen, die die Grenzen der Sperrzone überschreiten Zudem sind Paroxysmen möglich. Behörden mahnen, die Sechs-Kilometer-Sperrzone strikt zu meiden und auch im Umkreis bis acht Kilometer wachsam zu bleiben.