Mayon zeigt weiter steigende Aktivität – Zahlreiche glühende Schuttlawinen-Abgänge und einige pyroklastische Ströme
Aktuelle Aufnahmen, die heute Abend (Ortszeit) von Überwachungskameras am Mayon auf den Philippinen aufgenommen wurden, dokumentieren die fortgesetzte Aktivität des Vulkans. Am Gipfel war deutliches Kraterglühen zu beobachten, das lokal als „Banaag“ bezeichnet wird. Dabei erhellen überhitzte vulkanische Gase aus neu aufsteigendem Magma am Dom die Atmosphäre über dem Krater. Das Leuchten war schwach ausgeprägt und nur mit optischen Hilfsmitteln wie Teleskopen sichtbar. Besser zu sehen waren die Glutspuren zahlreicher heißer Schuttlawinen, die im oberen Vulkanhang entsprechende Zeichnungen hinterließen. Weniger gut sichtbar, aber dennoch detektierbar waren pyroklastische Ströme, deren Aschewolken bis zu 2,7 Kilometer hoch aufstiegen und VONA-Warnungen verursachten. Die Aktivität steigerte sich in den letzten Tagen zusehends und es könnte sich ein größerer Vulkanausbruch zusammenbrauen.

Laut den PHILVOLCS-Daten zeigt sich im Krater selbst ein weiterhin aktiver Lavadom. Glühendes, frisch abgelagertes Material stammt aus wiederholten Felsstürzen sowie kurzen pyroklastischen Dichteströmen (PDCs), die lokal als „Uson“ bekannt sind. Diese gingen vom Dom aus und bewegten sich bevorzugt durch die Bonga-Schlucht. Solche Prozesse gelten als typische Begleiterscheinungen einer domdominierten Eruptionsphase.
Die seismischen Messungen der vergangenen 24 Stunden registrierten insgesamt 131 Felssturzereignisse sowie fünf pyroklastische Dichteströme. Vulkanotektonische Erdbeben wurden dabei nicht aufgezeichnet. Gleichzeitig zeigen geodätische Daten eine anhaltende Aufblähung des Vulkangebäudes, was auf weiteren Magmazufluss in flachere Bereiche des Systems hindeutet.
Der Ausstoß von Schwefeldioxid (SO₂) lag am 5. Januar 2026 bei durchschnittlich 702 Tonnen pro Tag. Zudem wurde eine mäßige Dampf-Emission aus dem Gipfelbereich beobachtet, deren Eruptionssäule überwiegend in Richtung Westnordwest bis Westsüdwest verfrachtet wurde.
Für den Mayon gilt weiterhin Alarmstufe 3. Die Behörden betonen, dass das Betreten der permanenten Gefahrenzone (PDZ) mit einem Radius von sechs Kilometern strikt verboten ist. Auch unbefugter Zutritt zur erweiterten Gefahrenzone (EDZ) sowie der Flugverkehr in unmittelbarer Nähe des Vulkans sind untersagt.
Als mögliche Gefahren werden weiterhin Felsstürze, Erdrutsche und Lawinen, der Auswurf geballter Fragmente, Lavaströme und Lavafontänen, pyroklastische Ströme sowie mittelstarke Explosionen genannt. Bei starken und anhaltenden Regenfällen besteht zudem die Gefahr von Laharen. Die Überwachung des Vulkans wird fortgesetzt. Anwohnerinnen und Anwohner werden zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen.
Bei anhaltendem Domwachstum ist damit zu rechnen, dass die pyroklastischen Ströme den Fuß des Mayons erreichen und sogar in besiedeltes Gebiet vordringen könnten. Bei den letzten starken Domwachstumsphasen kam es zudem zu Paroxysmen, die Lavafontänen und hoch aufsteigende Aschewolken produzierten.