Abgänge pyroklastischer Ströme am Merapi – Dom etwas geschrumpft
Der seit Jahren anhaltende effusive Vulkanausbruch am Merapi auf Java hat am Samstagnachmittag, dem 14. März 2026, erneut einen pyroklastischen Strom hervorgebracht, nachdem bereits in der ersten Monatshälfte drei Dichteströme abgegangen waren. Nach Angaben des ESDM wurde um 17:59 Uhr Ortszeit ein pyroklastischer Dichtestrom registriert, der sich rund 1,5 Kilometer in südlicher Richtung bewegte. Der Strom folgte dabei dem Oberlauf der Boyong-Schlucht. Das Ereignis erreichte eine maximale seismische Amplitude von 16 Millimetern und dauerte etwa 135 Sekunden.
Neben diesem einzelnen pyroklastischen Strom verzeichneten die Messstationen im Zeitraum zwischen 12:00 und 18:00 Uhr eine seismische Aktivität, wie sie für den Merapi typisch ist. Neben dem seismischen Signal des pyroklastischen Stroms wurden 31 Schuttlawinenabgänge mit Amplituden zwischen 1 und 29 Millimetern registriert. Zusätzlich wurden 30 Hybridbeben mit Amplituden von bis zu 41 Millimetern gemessen, was auf fortgesetzte Bewegungen von Magma und Gesteinsmaterial im Inneren des Vulkans hindeutet.
Der letzte Wochenbericht für den Beobachtungszeitraum 6. bis 12. März bestätigt den Abgang von 3 pyroklastischen Strömen. Der weiteste Strom erreichte eine maximale Gleitstrecke von etwa 1,7 Kilometern und bewegte sich ebenfalls in Richtung der Oberläufe der Flüsse Boyong und Krasak. Parallel dazu wurden zahlreiche Schuttlawinenabgänge mit Reichweiten von bis zu zwei Kilometern dokumentiert.
Morphologische Analysen der Lavadome zeigen leichte Veränderungen am südwestlichen Dom, die auf Lavaabgänge und kleine Volumenänderungen zurückgeführt werden. Der Zentraldom blieb dagegen weitgehend stabil. Luftbildanalysen vom Februar schätzen das Volumen des Südwestdoms auf rund 4,04 Millionen Kubikmeter und hat damit gegenüber der letzten Messung etwas an Volumen eingebüßt. Der Zentraldom hat ein Volumen von 2,37 Millionen Kubikmetern.
Neben den drei pyroklastischen Strömen wurden die seismischen Signale zehn flachen vulkanotektonischen Beben, 480 Mehrphasenbeben, 798 Steinschlagereignisse sowie elf tektonische Beben registriert – ein leichter Anstieg gegenüber der Vorwoche.
Messungen der Bodenverformung mittels GPS und elektronischer Distanzmessung zeigten keine signifikanten Veränderungen.
Die Behörden warnen weiterhin vor den Hauptgefahren: pyroklastische Ströme und Lahare entlang der Flusstäler sowie möglicher Auswurf vulkanischen Materials in einem Umkreis von bis zu drei Kilometern im Falle einer explosiven Eruption.
