Kanlaon: Explosion fördert 5 km hohe Aschewolke

Eine stärkere explosive Eruption erzeugte am Kanlaon Aschewolke von rund fünf Kilometern Höhe

Heute Vormittag (abends Ortszeit) kam es am philippinischen Vulkan Kanlaon zu einer explosiven Eruption, die deutlich stärker als die üblichen war und Vulkanasche bis auf eine Höhe von fast 8 Kilometern aufsteigen ließ. Nach Angaben von PHIVOLCS begann der Ausbruch um 18:07 Uhr Ortszeit (10:07 UTC) am Gipfelkrater des Vulkans auf der Insel Negros.

Die Eruption erzeugte eine Eruptionssäule von etwa fünf Kilometern Höhe über dem Gipfel, wodurch die Asche bis in fast 8 Kilometern Höhe über dem Meeresspiegel aufstieg. Satellitenbeobachtungen bestätigten die Ausbreitung der Aschewolke. Das für die Region zuständige VAAC Tokyo meldete auf Basis von Himawari-9-Satellitendaten eine Aschewolke bis etwa Flugfläche 250 (ca. 7,6 km). Die Wolke verteilte sich vom Südosten bis in nordöstliche Richtungen.

Livecam Aufnahmen dokumentierten die kraftvolle Eruption und zeigen, wie eine dunkelgrau gefärbte Aschewolke schnell aufstieg. Zudem wurden groß Blöcke glühender Tephra ausgeworfen, die auf die unteren hälfte der Vulkanflanke niederstürzten.

Der Kanlaon ist mit 2435 Metern Höhe einer der aktivsten Vulkane der Philippinen. Die aktuelle Explosion ist bereits die dritte in diesem Jahr, die für Schlagzeilen sorgt Zuvor wurden ähnliche Vulkanausbrüche am 19. Februar und 26. Februar registriert.

Trotz des Ausbruchs bleibt die Warnstufe „Alert Level 2“ bestehen, was auf eine Phase erhöhter vulkanischer Unruhe hinweist. PHIVOLCS weist darauf hin, dass der Zugang zur Permanent Danger Zone (PDZ) im Umkreis von vier Kilometern um den Krater weiterhin streng verboten ist. In diesem Bereich besteht die Gefahr von plötzlichen Explosionen, vulkanischen Bomben, Ascheregen und möglicherweise kleinen pyroklastischen Strömen.

Die aktuelle Aktivität wird von Vulkanologen als Teil einer anhaltenden eruptiven Phase interpretiert, die seit mehreren Monaten andauert. Wiederholte moderate bis starke Explosionen deuten darauf hin, dass sich gasreiches Magma in geringer Tiefe unter dem Gipfelbereich bewegt, wobei Druckentlastungen in Form einzelner explosiver Ereignisse erfolgen.

Weitere Explosionen oder Ascheemissionen können laut PHIVOLCS nicht ausgeschlossen werden, weshalb die Behörden die Entwicklung des Vulkans weiterhin genau überwachen.

Gestern registrierten die Vulkanologen 4 vulkanotektonische Erdbeben und Schwefeldioxidemissionen von 589 Tonnen am Tag. In den Tagen zuvor wurden ca. 2000 Tonnen Schwefeldioxid am Tag gemessen. Wahrscheinlich war es zu einer Blockade im Fördersystem gekommen, wodurch weniger Gas entwich und sich ein hoher Gasdruck aufbaute, der letztendlich zu der Explosion in Form eines Schloträumers führte.