Ätna: Tremorpeak am 15. März

Schneller Tremoranstieg am Ätna gibt Rätsel auf – Eruption möglich aber nicht bestätigt

Am Vormittag des 15. März begann die Tremoramplitude am Ätna in die Höhe zu schnellen und hatte bereits gegen 13:00 UTC hohe Werte erreicht, die auf dem Graphen einen deutlichen Peak im roten Bereich markieren. Typischerweise entspricht die Höhe der Amplitude intensiver strombolianischer Tätigkeit im Gipfelkraterbereich in einer fortgeschrittenen Übergangsphase zu einem Paroxysmus, wenn bereits Lavaströme zu fließen anfangen. Allerdings ist die Sicht auf den Gipfelbereich infolge starker Bewölkung gleich null und eine mögliche Eruption ist unbestätigt. Ein Lagebericht des INGV steht noch aus, aber der VONA-Alarmstatus wurde auf „Gelb“ erhöht.

Bereits am 11. März gab es eine vergleichbare Situation bei der das INGV ebenfalls vorsorglich den VONA-Status für den Flugverkehr auf „Gelb“ erhöhte. Der Alarm wurde erst 2 Tage später terminiert.

Schneller Tremoranstieg am Ätna. © INGV

Nach dem starken Erdbebenschwarm am 4. März, der mehrere Tage anhielt, gab es einen kleineren Schwarm unter der Nordostflanke nahe der Küste, wo ebenfalls Störungen liegen, von denen bekannt ist, dass sie durch aufsteigendes Magma aktiviert werden. Mit dem heutigen Tremoranstieg verdichten sich die Anzeichen, dass sich am Ätna eine intensivere Eruptionsphase zusammenbrauen könnte. Leider wurde auch diese Woche vom INGV kein wöchentliches Bulletin zum Ätna veröffentlicht, so dass für Außenstehende unklar ist, ob es weitere Anzeichen für Magmenaufstieg gibt. In einer Meldung zum letzten Tremoranstieg wurde aber mitgeteilt, dass ein Bohrlochdilatometer erhöhte Strain-Werte anzeigt, die auf wachsende Spannungen im Vulkangebäude hindeuten. Bei den letzten Eruptionen mit Gipfeltätigkeit und subterminalen Lavaströmen sprangen diese Messgeräte ebenfalls an.

Sobald weitere Informationen vorliegen erfolgt ein Update.

Update: Hier folg schon das Update, da das INGV eine Tätigkeitsmeldung veröffentlicht hat. Obwohl es keine visuelle Bestätigung möglicher Aktivität gibt, sieht es nach einer Eruption aus, da eine leichte Dekompressionsphase am DRUV-Dilatometer registriert wird und der Boden infolge von Lavaausstoß leicht absinkt