Sizilien: Heftige Unwetter in der Ätnaregion

Starke Gewitter mit Hagel setzten Straßen östlich des Ätnas auf Sizilien unter Wasser

Wie prognostiziert haben gestern Nachmittag starke Unwetter die Ostküste Siziliens getroffen und in mehreren Orten der Provinz Catania für Probleme gesorgt. Besonders stark betroffen war die Gemeinde Aci Sant’Antonio im Südosten des Ätnas. Ein intensives Gewitter brachte Starkregen und Hagel und setzte Straßen unter Wasser. Die Hagelkörner bedeckten zahlreiche Straßen so stark, dass sie teilweise wie von einer weißen Decke überzogen wirkten.

Aci Sant’Antonio

Der plötzliche Hagelschauer führte zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Viele Autofahrer mussten ihre Fahrt unterbrechen, da sich eine rutschige Mischung aus Eis und Wasser auf der Fahrbahn bildete. Einige Fahrzeuge blieben sogar auf den überfluteten Straßen stecken. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz, um besonders betroffene Abschnitte zu sichern und den Verkehr wieder in Gang zu bringen.

Doch das Unwetter beschränkte sich nicht nur auf Aci Sant’Antonio. Auch entlang der Küste zwischen Catania und Messina wurden intensive Niederschläge gemeldet. In mehreren Ortschaften liefen Straßen und Plätze innerhalb kurzer Zeit voll Wasser. Besonders in tiefer gelegenen Bereichen kam es zu lokalen Überschwemmungen, da die Kanalisation die plötzlich einsetzenden Wassermassen nicht schnell genug abführen konnte.

Meteorologen sprechen von einem typischen Starkgewitter, wie es im Mittelmeerraum auftreten kann, wenn feuchtwarme Luftmassen vom Meer auf kühlere Luft in höheren Atmosphärenschichten treffen. Diese Konstellation begünstigt die rasche Bildung kräftiger Gewitterzellen, die innerhalb kurzer Zeit große Niederschlagsmengen bringen können. Normalerweise treten solche Extremwetterlagen im Spätsommer und Herbst auf, Richtung Frühlingsanfang sind sie selten, da sich das Mittelmeer normalerweise bereits abgekühlt haben sollte. Dieses Jahr ist es aber offenbar noch warm genug, um die benötigten Energien zur Verfügung zu stellen.

Ausbruch am Ätna?

Das Unwetter kam aus Sicht der Vulkanspotter-Community zu einer Unzeit, da es mit einer Tremorhochphase am Ätna zusammenfiel und den Vulkan in dichte Wolken hüllte, die zudem eine größere Menge Neuschnee gebracht haben dürften. Aufgrund der eingeschränkten Sicht ist es bis jetzt nicht klar, ob und was für ein Ausbruch stattgefunden hat. Neben dem hohen Tremor gab es eine leichte Bodensenkung im Gipfelbereich, die darauf hindeutet, dass Magma ausgetreten ist. Berichte über Ascheniederschlag liegen nicht vor. Auf dem letzten wolkenfreien Satellitenbild vom 12. März sind keinerlei thermische Anomalien sichtbar gewesen. Bereits am Vortag hatte es eine ähnliche Phase hohen Tremors gegeben. Das VAAC Toulouse registrierte keine Aschewolken und Berichte über Ascheniederschlag stehen ebenfalls aus. So bleibt das Geschehen weiter rätselhaft.