Sizilien: Schwere Unwetter drohen an den Vulkanen

Schwere Unwetter ziehen Richtung Sizilien und den Liparischen Inseln – Hagel, Überflutungen und Erdrutsche drohen

Aus Richtung Sardinien kommend zieht gerade eine Unwetterfront in Richtung Sizilien und den Liparischen Inseln, die heute bereits wegen der Erdbeben im Fokus meiner Berichterstattung standen. Die Unwetter könnten an den Vulkanen Ätna und Stromboli besonders starke Auswirkungen mit sich bringen und im Extremfall Erdrutsch und Schlammströme (Lahare) verursachen, vor die ich hier explizit warnen möchte. Für den beginnenden Frühling ist so ein Extremwetter eher ungewöhnlich, normalerweise sieht man so etwas eher im Herbst.

Tiefdruckgebiet

Das Wettergeschehen wird von einem starken Tiefdruckgebiet über dem westlichen Mittelmeer geprägt. Das Auge des System hat sich zwischen den Balearen und Sardinien positioniert und verlagert sich nur langsam weiter nach Süden. Meteorologen erwarten, dass Ausläufer des Tiefs in den kommenden Stunden südlich von Sizilien liegen bleiben werden. Dadurch kann sich feuchtwarme Mittelmeerluft über der Insel stauen und schafft somit ideale Voraussetzungen für kräftige und langandauernde Gewitter. Diese werden heute im Tagesverlauf von Westen her die Insel überqueren. Dabei können sich Superzellen bilden, die neben Gewittern mit Starkregen auch Hagel und extrem starke Windböen erzeugen. Die Gewitter ziehen auch über Ostsizilien und können sich in der Ätna-Region festsetzen. Auf ihrem Weg in Richtung Kalabrien können sie auch über die Liparischen Inseln hinwegziehen.

In urbanen Gebieten wie Catania und in Tälern kann der Regen rasch zu Problemen führen. Wenn mehrere Gewitter hintereinander über dieselbe Region ziehen, sind lokal große Regenmengen in kurzer Zeit möglich. Dadurch steigt das Risiko für Überflutungen von Straßen, Unterführungen und tiefer gelegenen Stadtteilen deutlich an.

Wie stark die Auswirkungen letztlich ausfallen, hängt vor allem davon ab, wie langsam sich die Gewitter bewegen und wie lange das Tiefdruckgebiet in der Region verbleibt. Beobachter raten daher, die aktuelle Wetterentwicklung aufmerksam zu verfolgen.