Starkes Erdbeben bei den neuseeländischen Kermadec-Inseln – 2 mittelstarke Begleitbeben
Datum: 18.04.2026 | Zeit: 10:47:54 UTC | Koordinaten: -32.088 ; -178.063 | Tiefe: 10 km | Mw 5,9
Am 18. April 2026 ereignete sich um 10:47:54 UTC ein Erdbeben der Magnitude 5,9 südlich der zu Neuseeland gehörenden Kermadec-Inseln im Pazifik. Das Hypozentrum lag in nur etwa 10 km Tiefe, was auf ein relativ flaches Beben hinweist. Flache Erdbeben können grundsätzlich stärkere Bodenbewegungen verursachen, allerdings relativiert sich dies hier durch die große Entfernung zu bewohnten Gebieten. Die nächstgelegenen Orte auf der Nordinsel Neuseelands – Tauranga (ca. 815 km süd-südwestlich) und Hicks Bay (ca. 697 km süd-südwestlich) – liegen weit außerhalb eines Bereichs, in dem mit nennenswerten Schäden zu rechnen wäre. Das Beben dürfte dort höchstens schwach oder gar nicht gespürt worden sein.

Der Erdstoß trat nicht alleine auf, sondern wurde von 2 etwas schwächeren Beben begleitet, die sich sowohl vor als auch nach dem stärkeren Beben ereigneten.
Tektonisch liegt das Ereignis in einer der aktivsten Subduktionszonen der Erde: der Kermadec-Tonga-Subduktionszone. Hier taucht die Pazifische Platte unter die Australische Platte ab. Diese Plattengrenze setzt sich nach Süden in die Hikurangi-Subduktionszone fort, die direkt vor der Ostküste der neuseeländischen Nordinsel verläuft. Das aktuelle Beben steht somit im direkten geodynamischen Zusammenhang mit den Prozessen, die auch für die Seismizität Neuseelands verantwortlich sind.
Die geringe Herdtiefe und die Lage nahe der Plattengrenze sprechen für ein typisches Subduktionsbeben, vermutlich ausgelöst durch Spannungsfreisetzung entlang der Kontaktfläche der beiden Platten oder im oberen Bereich der subduzierten Pazifikplatte. Die Region südlich der Kermadec-Inseln ist bekannt für häufige moderate bis starke Erdbeben sowie gelegentliche sehr starke Ereignisse mit Magnituden über 7.
Doch auch weiter südlich, an der Nordküste Neuseelands und der Bay of Plenty manifestierten sich drei schwache Beben mit Magnituden im Dreierbereich, die zumindest theoretisch im spürbaren Bereich lagen. Sie nahmen aber keinen Einfluss auf den Inselvulkan White Island, der zuletzt vor 2 Wochen mit Ascheemissionen die Aufmerksamkeit neuseeländischer Geowissenschaftler auf sich zog. Trotz der Ruhe der letzten Tage steht die Alarmstufe auf „2“.