Mehrere explosive Eruptionen am Sakurajima – Vulkanasche in 3700 m Höhe
Am Sakurajima kam es in den Abendstunden des 18. Aprils und in der Nacht zum 19. April (Ortszeit) zu mindestens 3 explosiven Ascheeruptionen aus dem Gipfelkrater Minamidake. Es wurden VONA-Warnungen ausgelöst, die den Flugverkehr vor Aschewolken warnten, die bis auf eine Höhe von 4700 m (Flight-Level 120) aufgestiegen sind und in Richtung Westen drifteten. Die Aschewolken wurden mit Hilfe des HIMAWARI-9-Satelliten detektiert, waren aber auch per Livecam zu beobachten gewesen.

Die Aufnahmen der stärksten Eruption um 23:30 Uhr Ortszeit zeigen, wie Gasschwaden und Wolken über dem Krater zu Beginn der Eruption rot aufleuchteten. Sekunden später schoss glühende Tephra in die Luft und landete auf der äußeren Vulkanflanke. Größere Bomben wurden bis in eine Entfernung von etwa 700 Metern über den Krater hinaus geschleudert. Die Aschewolke stieg vergleichsweise langsam auf und ohne dass es zu einem vulkanischen Gewitter gekommen wäre.
Laut einer JMA-Notiz stieg bei dieser Eruption Vulkanasche bis zu 2300 Meter über den Kraterrand auf. Die Asche wurde in Richtung der Stadt Kagoshima geweht. Für die betroffenen Gebiete wurde innerhalb kurzer Zeit mäßig starker Aschefall prognostiziert. Dieser kann die Sicht deutlich einschränken und den Alltag erheblich beeinträchtigen. Behörden riefen dazu auf, Schutzmaßnahmen wie Masken und Regenschirme zu nutzen sowie im Straßenverkehr vorsichtig zu sein.
Nur wenig später, am 19. April um 01:12 Uhr Ortszeit, folgte eine weitere Explosion. Dabei erreichte die Aschewolke etwa 1000 Meter Höhe über dem Krater, was rund 6800 Fuß über dem Meeresspiegel entspricht. Die Eruptionswolke driftete erneut in westliche Richtung. Das Aschevolumen wurde als mittelgroß eingestuft.
Begleitend wurden auch ballistische Auswürfe beobachtet: große vulkanische Gesteinsbrocken landeten in ca. 500 m Entfernung zum Gipfelkrater. Zudem registrierten Instrumente wie der Seto-Infrarot-Sensor erhöhte Werte, was auf aktive magmatische Prozesse hinweist.
Laut aktuellen Statusberichten bleibt die Eruptionswarnstufe 3 bestehen, was Zugangsbeschränkungen rund um den Vulkan bedeutet. Messungen zeigen eine weiterhin hohe Freisetzung von Schwefeldioxid sowie eine langsame Ausdehnung der Aira-Caldera, ein Hinweis auf Magmaansammlungen in der Tiefe.
Neben Ascheregen besteht weiterhin Gefahr durch größere Gesteinsbrocken und möglicherweise auch pyroklastische Ströme. In windabgewandten Gebieten können zudem kleinere Partikel mehrere Kilometer weit transportiert werden. Auch Druckwellen infolge von Explosionen stellen ein Risiko dar, da sie Schäden wie zerbrochene Fensterscheiben verursachen können. Die Behörden fordern die Bevölkerung daher auf, die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen und Schutzmaßnahmen konsequent einzuhalten.