Neuseeland: Erdbeben Mw 5,6 weithin spürbar

Erdbeben Mw 5,6 erschütterte Norden von Neuseeland – 5240 Wahrnehmungsmeldungen

Entlang der gut 2.500 Kilometer langen Subduktionszone von Neuseeland bis Tonga hat sich innerhalb von weniger als 24 Stunden eine Reihe von interessanten Erdbeben ereignet. Die stärksten Erschütterungen erreichten Magnituden von 5,6 vor der Ostküste der neuseeländischen Nordinsel und 5,3 in der Tonga-Region. Hinzu kamen mehrere schwächere Beben sowie Erdstöße in außergewöhnlich großen Tiefen von bis zu 469 Kilometern.

Neuseeland. © EMSC/Leaflet

Das stärkste Ereignis ereignete sich vor der Ostküste der Nordinsel Neuseelands. Das Erdbeben der Magnitude 5,6 hatte seinen Herd in 53 Kilometern Tiefe und wurde von zwei Nachbeben der Magnitude 3,2 begleitet. Bereits zuvor war in derselben Region ein Erdbeben der Magnitude 3,3 in einer Tiefe von 337 Kilometern registriert worden. Das Epizentrum wurde 15 km süd-südöstlich von Hicks Bay verortet. Beim neuseeländischen Erdbebendienst GeoNet gingen 5240 Wahrnehmungsmeldungen ein. Einige Bebenzeugen beschrieben die Erschütterungen als extrem. Die Lage des Bebens im Norden der Nordinsel ist interessant, da sich der Inselvulkan White Island in relativer Nähe befindet, der auf das Beben reagieren könnte. Bis jetzt tat er es aber nicht.

Erst in der letzten Woche hatte es im Süden der Taupo Volcanic Zone ein Beben gegeben, das offensichtlich eine hydrothermale Eruption bei Rotorua triggerte. Auch dieser Ort ist nicht weit vom aktuellen Epizentrum entfernt.

Weiter nördlich entlang der Kermadec-Inseln setzte sich die Aktivität fort. Südlich des Inselbogens erschütterte zunächst ein Beben der Magnitude 3,4 den Untergrund in einer Tiefe von 469 Kilometern. Wenige Stunden später folgte ein weiteres Erdbeben der Magnitude 3,9 in 251 Kilometern Tiefe. Den nördlichen Abschluss der Erdbebenserie bildete schließlich ein Erdbeben der Magnitude 5,3 in der Tonga-Region, dessen Herd in nur 10 Kilometern Tiefe lag. Auch in dieser Region gab es ein zweites Erdbeben.

Die Ereignisse stehen im Zusammenhang mit derselben tektonischen Struktur des Hikurangi-Grabens vor Neuseeland und der sich nordwärts anschließenden Kermadec- und Tonga-Subduktionszone, wo die Pazifische Platte unter die Australische Platte abtaucht. Es handelt sich um eine der aktivsten Subduktionszonen der Erde. Während flache Erdbeben wie jene vor Neuseeland oder Tonga an der Kontaktfläche der Platten oder innerhalb der oberen Kruste entstehen, manifestieren sich die sehr tiefen Erdbeben innerhalb der absinkenden Pazifischen Platte. Diese bleibt selbst in mehreren hundert Kilometern Tiefe noch spröde genug, um Spannungen durch Bruch freizusetzen.