Nevados de Chillán erutptiert weitere Aschewolke

Nevados de Chillán mit erneuter explosiver Aktivität – eruptiver Puls stieß Aschewolke aus

In Chile eruptierte der Vulkan Nevados de Chillán erneut eine Aschewolke. Am 18. September registrierte das chilenische Vulkanobservatorium SERNAGEOMIN um 14:10 Uhr Ortszeit einen eruptiven Puls am Vulkankomplex in der Region Ñuble. Dabei wurde eine mehrere hundert Meter hohe Eruptionssäule beobachtet, die einen hohen Anteil an Pyroklasten enthielt und vom starken Wind schnell in Richtung Süden verfrachtet wurde. Die maximale Höhe der Eruptionswolke lag bei etwa 380 Metern über dem Kraterrand. Eine VONA-Warnung gab es nicht. Zum Zeitpunkt der ersten Meldung hielten die Emission und der Ausstoß von Pyroklasten noch an, was auf einen länger dauernden Puls zeugt.

Die Eruption kam nicht völlig überraschend: Kurz vor der Explosion wurde ein langperiodisches Erdbebensignal registriert. Das Beben wird mit der Bewegung von Fluiden im Untergrund in Verbindung gebracht und dauerte fast 10 Sekunden.

Die Aktivität ist durch mehrere Videoaufnahmen dokumentiert, auf denen die Eruption und die aufsteigende Asche- beziehungsweise Pyroklastenwolke zu sehen sind. Eine VONA-Warnung des VAAC Buenos Aires wurde für das Ereignis bislang nicht herausgegeben. Dies dürfte unter anderem mit der relativ geringen Höhe der Eruptionswolke zusammenhängen. Für den Flugverkehr relevante Aschewolken werden vom zuständigen Vulkanasche-Beratungszentrum insbesondere dann erfasst, wenn sie größere Höhen erreichen oder eine entsprechende Gefährdung des Luftverkehrs besteht.

Der aktuelle Ausbruch steht im Zusammenhang mit einer seit Monaten erhöhten Aktivität des Nevados de Chillán. Bereits im Juni hatte SERNAGEOMIN die technische Warnstufe von Grün auf Gelb angehoben. Seitdem wurden mehrfach Veränderungen im Verhalten des Vulkans beobachtet. Insbesondere kam es zur erhöhten Seismizität und anhaltenden Entgasung. Zudem ereigneten sich mehrere Ascheeruptionen.

SERNAGEOMIN hält weitere schwache bis moderate Explosionen für möglich. Die Warnstufe bleibt deshalb auf Gelb. Neben Asche- und Pyroklastenausstoß stellen insbesondere ballistische Gesteinsbrocken und vulkanische Gase mögliche Gefahren dar.