Eruption am Piton de la Fournaise geht weiter – Einsturz eines alten Kraterkegels löst Dichtestrom aus
Am Piton de la Fournaise geht die Eruption weiter und fördert einen Lavastrom, der sich weiterhin in Richtung Küstenstraße bewegt. Spektakulär war gestern der Einsturz eines alten Kraterkegels in der Nähe des einzig verbleibenden aktiven Förderschlotes auf dem Südosthang des Vulkans, der durch die Spaltenöffnung während der Initialphase der Eruption destabilisiert wurde und an dem der aktuelle Lavastrom vorbeifloss. Oberhalb des kollabierten Kegels staute sich zudem der Lavastrom, was den Druck auf den Schlackenkegel erhöhte und letztendlich zum Versagend er Struktur geführt haben dürfte. Der Kollaps erzeugte einen kleinen pyroklastischen Dichtestrom und phreatische Explosionen. Das Ereignis wurde vom Fotografen Clément Dijoux dokumentiert, der das Glück hatte, zum richtigen Zeitpunkt in einem Helikopter über der Eruption zu kreisen.
Das Kollapsereignis manifestierte sich gestern gegen 14:00 Uhr Ortszeit. Bei uns in Europa war es 10:00 Uhr vormittags Um den verbleibenden Förderschlot hat sich inzwischen ein kleiner Schlackenkegel aufgebaut, ähnlich jenem, der kollabiert ist. Die Höhe der Lavafontäne liegt bei ca. 15 Metern. In der Spitze wurden bis zu 28 Kubikmeter Lava pro Sekunde gefördert. Das reichte aber nicht aus, um die am weitesten fortgeschrittene Lavafront weiter zu versorgen und am Leben zu halten. Sie befand sich am 14. Februar bereits 2,3 Kilometer von der Nationalstraße nahe der Küste entfernt. Gestern zog sich die Front um 300 m zurück und lag somit auf einem Höhenniveau von 660 m in 2,6 km Entfernung zur Straße.
Der Tremor zeigte über den Tagesverlauf eine leichte Abnahme, wobei er auch etwas fluktuierte und zwischenzeitlich einen kleinen Aufschwung zeigte.
Prognosen über den weiteren Verlauf des Vulkanausbruchs auf La Réunion sind schwierig, besonders da sich der Piton Fournaise am Anfang eines neuen Eruptionszyklus befindet. Die Eruption könnte auf diesem Niveau noch tagelang weitergehen. Beim vorherigen Eruptionszyklus hielten die Eruptionen meistens zwischen 2 und 3 Wochen an. Damit der Lavastrom der Küstenstraße gefährlich werden kann, müsste sich die Förderrate deutlich erhöhen, doch auch wenn das nicht ausgeschlossen ist, ist es wenig wahrscheinlich.