Popocatépetl stößt wieder Asche aus – Warnstufe bleibt auf Gelb Phase 2
Der mexikanische Vulkan Popocatépetl stieß heute erneut eine Aschewolke aus, die höher als üblich aufstieg. Nach Angaben des VAAC Washington wurde am Dienstag eine anhaltende Ascheemission beobachtet, deren Wolke eine Höhe von rund 7.300 Metern erreichte und mit etwa 19 km/h nach Westen zog. Satellitenbilder und Webcam-Aufnahmen bestätigten die Ausbreitung der Vulkanasche über weite Gebiete westlich des Kraters. Auf den Livestreams konnte ich aufgrund dichter Bewölkung allerdings nichts erkennen. Anders sah es gestern aus, als sich bei schönstem Winterwetter mehrere kleinere Eruptionen ereigneten (siehe Bild).

Die Eruptionswolke wurde um 13:51 UTC erfasst. Prognosen zufolge könnte sich die Asche im Tagesverlauf weiter nach Westen ausbreiten. Für die Luftfahrt stellt Vulkanasche insbesondere in der Nähe des Vulkans ein potenzielles Risiko dar, da sie Triebwerke und andere technische Systeme beeinträchtigen kann.
Das mexikanische Nationale Zentrum für Katastrophenprävention (CENAPRED) meldet ebenfalls anhaltende vulkanische Aktivität. In den vergangenen 24 Stunden registrierten die Wissenschaftler 277 starke Entgasungen und Asche-Dampf-Exhalationen. Diese bestanden überwiegend aus Wasserdampf, vulkanischen Gasen und geringen Ascheanteilen. Größere Explosionen wurden im Berichtszeitraum nicht gemeldet. In den Tagen zuvor waren deutlich weniger Exhalationen registriert worden. Dafür zeigten nächtliche Aufnahmen schwache strombolianische Eruptionen, bei denen einige glühende Lavabrocken auf die Außenflanke des Kraterbereichs geschleudert wurden. Tremor wurde im aktuellen Bericht nicht erwähnt. Zusammen mit der stärkeren Explosion vom heutigen Tag ergibt sich das Bild einer moderaten Aktivitätssteigerung. Möglicherweise räumte die Explosion einen Teil des Lavadoms aus, der sich im Krater immer wieder neu bildet.
Die offizielle Warnstufe bleibt unverändert auf Gelb Phase 2, der zweithöchsten Stufe innerhalb der gelben Alarmphase. Nach Einschätzung der Behörden sind weiterhin leichte bis mäßige Explosionen möglich. Dabei können glühende Gesteinsfragmente in der Umgebung des Kraters niedergehen.
CENAPRED appelliert deshalb erneut an die Bevölkerung, den Vulkan nicht zu besteigen und die bestehende Sperrzone strikt einzuhalten. Rund um den Krater gilt ein Sicherheitsradius von zwölf Kilometern. Das Betreten dieses Bereichs ist aufgrund möglicher Explosionen und herabfallender vulkanischer Geschosse gefährlich.
Der 5.426 Meter hohe Popocatépetl zählt zu den aktivsten Vulkanen Mexikos und wird aufgrund seiner Nähe zu den Ballungsräumen Mexiko-Stadt, Puebla und Tlaxcala rund um die Uhr überwacht.