Puracé eruptiert Mitte Juni Vulkanasche bis auf 5200 m Höhe

Puracé zeigt weiter verstärkte Aktivität – Ascheemissionen und erhöhte Seismizität in Kolumbien

Der kolumbianische Vulkan Puracé befindet sich weiterhin in einer Phase zunehmender Aktivität und stößt in hoher Frequenz Aschewolken aus, die beim VAAC Washington VONA-Warnungen für den Flugverkehr auslösen.

Puracé

Nach Angaben des Servicio Geológico Colombiano (SGC) wurde seit dem 10. Juni ein deutlicher Anstieg der vulkanischen Unruhe registriert. Besonders auffällig sind eine erhöhte Seismizität, gepaart mit häufigen Ascheemissionen sowie anhaltende Gasfreisetzungen aus dem Vulkansystem der Los-Coconucos-Kette im Departamento Cauca.

Die jüngsten Messungen zeigen, dass zahlreiche Erdbebensignale registriert wurden, die mit der Bewegung von Fluiden im Untergrund zusammenhängen. Bei den Fluiden handelt es sich um komprimierte Gase und Flüssigkeiten magmatischen Ursprungs, die mit dem hydrothermalen System des Vulkans interagieren. Die Signale stammen von Vibrationen in Tiefen von weniger als drei Kilometern unter dem Krater des Puracé. Gleichzeitig setzt sich die Gesteinsbruch verursachende vulkanotektonische Bebentätigkeit fort, die sich unter den Kratern Puracé und Piocollo in Tiefen zwischen einem und drei Kilometern manifestiert.

Auch die Zahl der täglichen Ascheemissionen nahm deutlich zu. Die Aschewolken erreichten Höhen von bis zu 1,5 Kilometern über dem Gipfel und wurden überwiegend nach Nordwesten und Nordosten verfrachtet. Satellitengestützte Beobachtungen bestätigen die anhaltende Aktivität. So werden weiterhin thermische Anomalien im Kraterbereich sowie erhöhte Emissionen von Schwefeldioxid registriert. Darüber hinaus hält die Bodendeformation zwischen den Vulkanen Puracé, Piocollo und Curiquinga an.

Wie aktiv der Vulkan derzeit ist, zeigt eine aktuelle Meldung des VAAC-Washington vom 17. Juni. Demnach wurde um 09:40 UTC erneut eine Aschewolke beobachtet, die bis in etwa 5,2 Kilometer Höhe über dem Meeresspiegel aufstieg und mit 45 km/h nach Nordwesten zog.

Trotz der erhöhten Aktivität bleibt die Alarmstufe auf Gelb. Weitere Aschemissionen gelten als wahrscheinlich, und auch energiereichere oberflächennahe Ereignisse können derzeit nicht ausgeschlossen werden.