Ascheemissionen am Ätna lösen VONA-Warnungen aus – Alarmcode weiterhin auf Orange
Nachdem gestern unklar war, ob am Ätna weiterhin Ascheemissionen stattfinden, waren diese heute Vormittag bei schönem Wetter gut sichtbar. Dies führte um 06:29 UTC zu einer VONA-Warnung des VAAC Toulouse, wonach die Ascheemissionen eine Höhe von rund 3700 Metern erreichten und vom Wind in Richtung Süden verfrachtet wurden. Um 12:00 UTC wurde in einer weiteren Meldung mitgeteilt, dass die Emissionen eingestellt worden seien.

Dennoch beließ das INGV die Alarmstufe auf Orange. Seit dem Mittag hüllt sich der Gipfel des Ätna erneut in Wolken, sodass wir uns in derselben Situation der Unsicherheit wie gestern befinden.
Die öffentlich einsehbaren geophysikalischen Parameter haben sich nicht grundlegend verändert. Allerdings lässt sich aus den Tremorkurven ein leichter Anstieg des Tremors ablesen. Die Amplitude bewegt sich weiterhin nur knapp oberhalb der Mitte des gelben, also mittelstarken, Bereichs.
Darüber hinaus ereigneten sich heute Morgen drei Erdbeben mit Magnituden im Zweierbereich nördlich von Bronte. Das stärkste Beben erreichte eine Magnitude von 2,8 und hatte eine Herdtiefe von 24 Kilometern. Damit fügen sich die Erschütterungen in das Muster des Schwarms vom 13. Juni ein, über den ich bereits gestern berichtet habe.
Vermutlich stehen die Beben mit einem Magmenaufstieg an der Grenze zur Erdkruste in Zusammenhang. Bis dieses Magma das flache Speichersystem unter dem Gipfelkraterbereich erreicht, können mehrere Monate vergehen. Ein in wissenschaftlichen Studien häufig genannter Maximalwert für die Aufstiegsgeschwindigkeit von Magma am Ätna aus größeren Tiefen bis in ca. 6 Kilometern liegt bei etwa 10 Metern pro Stunde. An vielen basaltischen Vulkanen beträgt sie hingegen nur rund 1 Meter pro Stunde. Wichtig ist dabei, dass es sich um Werte unter idealisierten Bedingungen handelt, sodass die tatsächlichen Geschwindigkeiten deutlich davon abweichen können. Sie veranschaulichen jedoch die Größenordnungen, um die es hier geht.
Das aus der Tiefe aufsteigende Magma kann dennoch den Druck im gesamten Förder- und Speichersystem erhöhen. Dadurch kann Magma, das sich bereits in höheren Bereichen des Systems befindet, zu einem beschleunigten Aufstieg angeregt werden. Infolgedessen könnte sich die Aktivität am Ätna auch kurzfristig weiter verstärken.