Aschewolke über Kamtschatka: Shiveluch bleibt hochaktiv und eruptiert Aschewolken
Der Vulkan Shiveluch liegt auf der russischen Halbinsel Kamtschatka und begann nach einer mehrtägigen Pause gestern Nachmittag wieder damit Aschewolken zu fördern. Nach Angaben des VAAC Tokio wurde am 17. Juni um 16:20 UTC eine Eruption registriert, bei der eine Aschewolke bis in eine Höhe von etwa 8,8 Kilometern aufstieg. Satellitenaufnahmen des Wettersatelliten Himawari-9 dokumentierten die Aschefahne, die sich mit einer Geschwindigkeit von 55 Kilometern pro Stunde nach Nordosten ausbreitete.

Wenige Stunden später befand sich die Vulkanasche bereits mehrere hundert Kilometer vom Vulkan entfernt. es wurden 2 weitere Warnmeldungen ausgegeben. Die letzte stammte vom 18. Juni bestätigte, dass die Aschewolke weiterhin in Satellitenbildern nachweisbar war. Zu diesem Zeitpunkt erstreckte sich die Wolke über ein großes Gebiet nördlich des Vulkans und driftete westwärts.
Auch das Kamchatkan Volcanic Eruption Response Team (KVERT) meldet eine anhaltende explosive-extrusive Eruption. Im Gipfelbereich wächst der Lavadom weiter, was von von starken Gas- und Dampfausstößen begleitet wird. Besonders im nördlichen Teil des Doms bildet sich ein neuer Lavablock, der die fortschreitende Magmazufuhr belegt. Satellitendaten zeigen zudem eine anhaltende thermische Anomalie, die auf hohe Temperaturen im Bereich des Doms hinweist.
Nach KVERT-Beobachtungen erzeugte der Shiveluch am 17. Juni eine Aschewolke, die bis auf etwa 10 Kilometer Höhe aufstieg und rund 300 Kilometer nach Nordosten verfrachtet wurde. Bereits in den vergangenen Wochen kam es zu mehreren stärkeren Explosionsereignissen. Am 6. und 8. Juni erreichten Aschewolken Höhen von bis zu 11 Kilometern. Die Spur der Eruptionswolken wurde via Satellitenbeobachtung über mehr als 2.270 Kilometer nach Nordosten verfolgt.
Der Luftfahrt-Farbcode bleibt auf Orange. KVERT warnt, dass jederzeit stärkere Explosionen auftreten können, die Asche bis in Höhen von 12 Kilometern fördern. Damit stellt der Shiveluch weiterhin eine potenzielle Gefahr für den internationalen Flugverkehr über dem Nordpazifik dar.