Schwarmebben am Bulusan detektiert – erhöhte Gefahr phreatischer Eruptionen
Der Bulusan auf der philippinischen Insel Luzon zeigt derzeit eine Zunahme seismischer Aktivität. Am 26. Februar 2026 setzte um 3:00 Uhr Lokalzeit ein Schwarmbeben ein. Das Bulusan Volcano Network registrierte bis zum Mittag insgesamt 49 vulkanische Erdbeben. Darunter befanden sich 16 vulkanotektonische Beben, die auf Gesteinsbrüche in Tiefen zwischen drei und sechs Kilometern unter dem nördlichen und südöstlichen Bereich des Vulkans hindeuten, die durch den Aufstieg magmatischer Fluide ausgelöst wurden. Alle übrigen Überwachungsparameter bewegten sich im normalen Hintergrundbereich.

Die Entgasung aus den aktiven Schloten des Gipfelkraters war in den vergangenen Tagen schwach bis mäßig ausgeprägt, wobei sich der Gipfel zeitweise aufgrund dichter Bewölkung den Blicken entzog. Die letzte Messung der Schwefeldioxid-Emissionen (SO₂), die am 26. Februar durchgeführt wurde, ergab Werte unterhalb der Nachweisgrenze. Die offizielle Warnstufe bleibt daher bei Stufe 0, was bedeutet, dass aktuell kein magmatischer Ausbruch erwartet wird. Dennoch weisen die vermehrten Erdbeben auf aktive hydrothermale Prozesse im Untergrund hin. Solche Vorgänge können unerwartet dampfgetriebene (phreatische) Eruptionen auslösen.
Der etwa 1.565 Meter hohe Bulusan ist ein aktiver Stratovulkan in der Provinz Sorsogon und Teil des Pazifischen Feuerrings. Er ist bekannt für kurzfristige, meist phreatische Ausbrüche, bei denen Wasserdampf, Asche und Gesteinsfragmente freigesetzt werden. Zu den jüngsten Eruptionen kam es 2022, als mehrere explosive Ereignisse Aschewolken erzeugten und zeitweise Evakuierungen erforderlich machten. Auch in den Jahren 2016 und 2017 wurden wiederholt phreatische Ausbrüche registriert.
Die Bevölkerung wird weiterhin eindringlich gewarnt, die permanente Gefahrenzone im Umkreis von vier Kilometern – insbesondere im Bereich der südöstlichen Krater – nicht zu betreten. Dort drohen plötzliche Explosionen, Steinschlag und Erdrutsche. Die zuständigen Behörden unter Leitung von DOST-PHIVOLCS beobachten die Situation genau und informieren fortlaufend über neue Entwicklungen.