Pyroklastischer Strom löste sich vom Semeru – Vulkanasche in 4600 m Höhe
In den frühen Morgenstunden des 14. Aprils löste sich ein pyroklastischer Strom vom Lavadom im Krater des indonesischen Vulkans Semeru. Er legte eine Gleitstrecke von ca. 3000 m zurück und ließ eine Aschewolke aufsteigen, die eine Höhe von 4600 m über dem Meer erreichte und nach Nordosten driftete. Laut einer VONA-Warnung bewegte sich die Aschewolke mit einer Geschwindigkeit von 10 km/h und breitete sich über besiedeltes Gebiet aus, wo es zu Ascheniederschlag kam.
Livecamaufnahmen dokumentierten das Ereignis, das bei schönstem Wetter kurz vor Sonnenaufgang um 05:22 Uhr WIB stattfand. Zu dieser Zeit befanden sich bereits zahlreiche Touristen auf der Aussichtsterrasse am Rand der Tengger-Caldera, die den Sonnenaufgang genießen wollten, tatsächlich aber sogar aus sicherer Entfernung eines der gefährlichsten Naturphänomene der Welt bewundern konnten.
Der Abgang des Dichtestroms sorgte nicht nur für schöne Bilder, sondern verursachte auch ein seismisches Signal mit einer Dauer von 3 Minuten und 23 Sekunden und einer Maximalamplitude von 20 Millimetern. Zeit genug, damit sich der pyroklastische Dichtestrom über eine Länge von 3 Kilometern in Richtung Besuk Kobokan ausbreiten konnte. Laut dem örtlichen Observatorium stieg die dabei freigesetzte Aschewolke bis zu 1.500 Meter über den Kraterrand auf.
Pyroklastische Ströme zählen zu den zerstörerischsten vulkanischen Phänomenen, da sie mit hoher Geschwindigkeit und extremen Temperaturen ins Tal rasen. Sie bestehen aus einem Gemisch aus Gas, Vulkanasche und Lavablöcken und zerstören nicht nur durch Hitze, sondern auch durch die Gewalt einer Schuttlawine.
Laut den Behörden im Regierungsbezirk Lumajang stoppte der pyroklastische Strom noch auf der Flanke des Semeru, ohne bewohntes Gebiet zu erreichen. Schäden oder direkte Auswirkungen auf Siedlungen wurden nicht gemeldet. Vorsichtshalber wurden Einsatzkräfte in Bereitschaft versetzt, um im Falle weiterer Aktivität schnell reagieren zu können.
Die Ablagerungen des Dichtestroms können nicht nur über lange Zeiträume heiß bleiben, sondern auch durch Regenwasser mobilisiert werden und sich in Lahare verwandeln. Solche Schlammströme richteten am Semeru bereits häufiger Zerstörungen in Ortschaften an.
Die Aktivitätsstufe des Vulkans bleibt weiterhin auf Alarmstufe III. Behörden warnen eindringlich vor Aufenthalten im südöstlichen Sektor sowie entlang der Flüsse, die vom Gipfel ausgehen.
