Pyroklastischer Strom am Semeru erreichte Basis des Kegels und löste Alarm aus
Am 7. April 2026 hat der indonesische Vulkan Semeru erneut sein eruptives Potenzial unter Beweis gestellt: Am späten Nachmittag gegen 17:30 Uhr Ortszeit (WIB) ging ein pyroklastischer Strom vom Lavadom ab, der sich über eine Strecke von 4,5 Kilometern in südöstlicher Richtung bewegte und entlang des Flusssystems Besuk Kobokan floss. Das Ereignis dauerte mehr als sieben Minuten und löste in den Gemeinden am Fuß des Vulkans Weltuntergangsstimmung aus. Auf den AFAR-TV-Livestreamaufzeichnungen sind heulende Sirenen zu hören, die auf eine akute Gefährdungslage hinweisen.

Der pyroklastische Dichtestrom bewegte sich nicht nur hangabwärts, sondern ließ auch eine Aschewolke aufsteigen, die eine Höhe von 2.000 Metern über dem Gipfel und eine VONA-Warnung beim VAAC Darwin auslöste. Demnach erreichte die Aschewolke eine Höhe von 18.000 Fuß (5600 m) über dem Meeresspiegel. Damit stieg die Eruptionswolke deutlich höher auf als die üblichen 4600 m. Seismometer registrierten ein seismisches Signal mit einer maximalen Amplitude von 27 Millimetern. Die Asche driftete je nach Windrichtung nach Nordosten und Osten ab und beeinträchtigte die Sicht sowie die Luftqualität in der Umgebung.
Bereits am Morgen desselben Tages war es zu Ausbrüchen gekommen. Um 5:30 Uhr wurde eine Aschewolke von etwa 700 Metern Höhe beobachtet, gefolgt von einer stärkeren Eruption um 7:04 Uhr mit einer Säule von rund 1.000 Metern über dem Gipfel. Diese Aktivitäten zeigen, dass sich der Vulkan in einer anhaltenden eruptiven Phase befindet, die zudem von Domwachstum geprägt ist.
Die indonesischen Behörden halten den Semeru weiterhin auf Alarmstufe III. Das Zentrum für Vulkanologie und Geologische Gefahrenabwehr warnt vor Aktivitäten im Umkreis des Kraters sowie entlang der Abflussrinnen. Besonders gefährdet ist der südöstliche Sektor entlang des Besuk Kobokan, wo sich pyroklastische Ströme und Lavaströme kanalisiert ausbreiten können. Hier gilt ein Sperrradius von 13 Kilometern vom Gipfel.
Zusätzlich wird empfohlen, einen Abstand von mindestens 500 Metern zu Flussufern einzuhalten, da sich heiße Ströme und Lahare auch über größere Distanzen von bis zu 17 Kilometern ausbreiten können. Innerhalb eines Radius von fünf Kilometern um den Gipfel besteht zudem akute Gefahr durch ausgeworfenes, glühendes Gestein.
Trotz der intensiven Aktivität wurden bislang keine unmittelbaren Schäden oder Opfer gemeldet. Dennoch bleibt die Situation angespannt, da der Semeru als einer der aktivsten Vulkane Indonesiens jederzeit weitere gefährliche Ausbrüche erzeugen kann.