Shiveluch erzeugt spektakuläre Aschewolken

Schiveluch auf Kamtschatka bleibt aktiv – Vulkanasche in 11 Kilometern Höhe

Auf der sibirischen Halbinsel Kamtschatka bleibt der Shiveluch weiter hochaktiv und fördert Aschewolken, die bis auf FL 350 (11 Kilometer Höhe) aufsteigen und nach Nordwesten driften. Die Vulkanasche breitet sich in der Höhe dabei mit einer Geschwindigkeit von fast 50 km/h aus und legt weitere Strecken zurück, was sich negativ auf die Flugrouten über dem Nordostpazifik auswirkt. Zeitweise wurde der Alarmcode für den Flugverkehr auf „Rot“ erhöht. Inzwischen steht er wieder auf „Orange“.

Shiveluch

Die modellierten Ausbreitungsdaten zeigen eine komplexe Dynamik der Aschewolken. In unteren Schichten bewegt sich die Wolke nordwestwärts, während höhere Anteile nach Norden verlagert werden. Prognosen deuten darauf hin, dass sich die Asche in den kommenden 6 bis 18 Stunden weiter in Richtung Nordosten und Nordwesten ausdehnen kann und dabei weiterhin große Höhenbereiche zwischen FL200 und FL350 erreicht.

Besonders auffällig ist die weitreichende Verteilung der Aschewolke, die sich zeitweise in zwei getrennte Teile aufspaltete. Diese erreichten Entfernungen von bis zu 385 Kilometern in nördlicher und fast 984 Kilometern in südlicher Richtung. Damit wirken sich die Eruptionen des Shiveluch auf ein ungewöhnlich großes Gebiet aus.

In den sozialen Medien geteilte Aufnahmen sollen die aktuellen Aschewolken zeigen. Diese steigen bei wenig Wind allerdings nahezu senkrecht auf und bilden den typischen Pilz einer plinianischen Eruption, die bis zur Stratosphäre reicht, wo sich die Wolke abflacht.

Auch KVERT berichtet über die anhaltende Tätigkeit. Demnach hält die extrusive Eruption des Lavadoms an. Der Dom wächst insbesondere im nördlichen Bereich weiter, begleitet von starken Gas- und Dampffreisetzungen sowie einer messbaren thermischen Anomalie. Die explosive Aktivität wurde entsprechend den VONA-Meldungen bestätigt und davor gewarnt, dass es zu noch höher aufsteigenden Aschewolken kommen könnte, die eine noch größere Gefahr für den Flugverkehr darstellen. Personen am Boden werden durch die Eruption des Shiveluch selten gefährdet, da die Region nur dünn besiedelt ist. Dennoch kann es in Kljutschi zu Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens infolge von Ascheniederschlag kommen.