Sinabung zeigt wieder deutlich erhöhte Aktivität – Anstieg vulkanotektonischer Erdbeben
Am indonesischen Vulkan Sinabung auf Sumatra hält die vulkanische Aktivität, die am 31. August begann, weiter an. Besonders auffällig ist die zunehmende vulkanotektonische Erdbebentätigkeit, die auf anhaltende Magmaakkumulation im vulkanischen System hindeutet. Das seismische Netzwerk des VSI registrierte am 1. September innerhalb von 24 Stunden insgesamt 22 tiefe vulkanische Erdbeben. Hinzu kamen 26 starke Entgasungen, ein niederfrequentes Beben, ein Hybridbeben sowie drei Episoden kontinuierlichen Tremors. Es war der stärkste Anstieg der Seismizität seit Beginn der Unruhen im Sommer und ein möglicher Indikator für eine kurz bevorstehende Intensivierung der eruptiven Tätigkeit des Sinabung.

Der Vulkan war aber nicht nur seismisch tätig, sondern setzte auch seine explosive Aktivität fort. Nach Angaben des VAAC Darwin wurde am 2. September eine Aschewolke bis in eine Höhe von etwa FL140, also gut 4.300 Meter über dem Meeresspiegel, gemeldet. Die letzte entsprechende Beobachtung erfolgte um 02:20 Uhr UTC. Die Asche wurde in südwestliche Richtungen verfrachtet. Das VAAC geht deshalb davon aus, dass die Ascheemissionen weiter andauern.
Auch bodengestützte Beobachtungen bestätigen die anhaltende Aktivität. Am 1. September stieg aus dem Krater eine weißlich bis graue, teils mäßig bis dicht erscheinende Dampfwolke auf, die Höhen von bis zu etwa 600 Metern über dem Gipfel erreichte.
Die mit Beginn der Eruptionen angekündigten Evakuierungen wurden gestern teilweise umgesetzt, als 615 Bewohner des Dorfes Kuta Tengah in eine Notunterkunft im Dorf Sukatepu gebracht wurden. Die Evakuierung erfolgte als Reaktion auf die erhöhte Aktivität und die Ausweitung der Gefahrenzone. Das ebenfalls gefährdete Dorf Payung wurde dagegen zunächst nicht geräumt: Die Bewohner blieben in ihren Häusern, standen jedoch unter erhöhter Alarmbereitschaft und wurden von Einsatzkräften überwacht. Die Behörden haben damit begonnen, die Bevölkerung aus besonders gefährdeten Gebieten herauszuführen. Für die bereits umgesiedelten Dörfer sowie für das Gebiet innerhalb von drei Kilometern um den Gipfel und einen bis zu sechs Kilometer weit reichenden Sektor im Südosten gilt ein Betretungsverbot.
Die Behörden warnen vor dem Betreten der bereits evakuierten Dörfer sowie vor Aktivitäten innerhalb eines Radius von drei Kilometern um den Gipfel. Für den südöstlichen Sektor gilt eine erweiterte Sperrzone von sechs Kilometern. Zusätzlich besteht bei starken Niederschlägen die Gefahr von Laharen in den Flusstälern, die am Vulkan entspringen.