Sinabung: Initiale Eruption löst Evakuierungen aus

Sinabung mit Initialeruption: Angst vor stärkeren Vulkanausbrüchen verursacht Evakuierungen

Nachdem der Vulkan Sinabung gestern aktiv geworden ist und weit über eine Stunde lang Asche ausgestoßen hat, gehen indonesische Vulkanüberwachungsbehörden davon aus, dass es sich bei dem Vulkanausbruch um eine initiale Eruption gehandelt hat und es zu einer Phase stärkerer Eruptionen kommen könnte. Daher sollen im Norden Sumatras heute erste Dörfer evakuiert werden, die am Fuß des Vulkans liegen. Dem Ausbruch am 31. August ging eine deutliche Zunahme der Seismizität voraus, was auf den Aufstieg von Magma hindeutet. Die indonesische Vulkanüberwachungsbehörde PVMBG erhöhte deshalb die Warnstufe von Level II „Waspada“ (Wachsamkeit) auf Level III „Siaga“ (Alarm).

Die Eruption begann um 10:17 Uhr Ortszeit. Dabei stieg eine dichte Aschesäule 3.500 Meter über den Gipfel auf, der auf etwa 2.460 Metern über dem Meeresspiegel liegt. Damit erreichte die Eruptionswolke eine Höhe von ungefähr 5.960 Metern über dem Meeresspiegel. Starker Wind drückte die Aschewolke nieder und verdriftete sie, so dass sie ohne Wind deutlich höher aufgestiegen wäre. Auf dem Seismogramm wurde während des Ausbruchs eine maximale Amplitude von 120 Millimetern registriert.

Thermsiche Anomalien. © Copernicus

Die Eruption kam nicht ohne Vorankündigung: In den letzten Wochen wurde eine Zunahme der Erdbebentätigkeit festgestellt. Vor Beginn der Eruption wurden 85 vulkanische Erdbeben, ein Explosionsbeben und ein langanhaltender harmonischer Tremor registriert. Bereits im gesamten August hatte sich eine erhöhte Seismizität gezeigt. Besonders auffällig waren 141 tiefe vulkanische Erdbeben sowie 29 niederfrequente Ereignisse und mehrere hybride Erdbeben. Darüber hinaus wurden wiederholt thermische Signale registriert. Auf einem SWIR-Bild des Sentinel-2L-Satelliten von Copernicus waren bereits am 28. August 2 thermische Anomalien zu erkennen gewesen, die auf die Bildung neuer Schlote im Nordwesten der Kraterbasis des Vulkans hinwiesen, der für seinen Lavadom bekannt ist. Inwiefern dieser nun wieder aktiv wird, bleibt abzuwarten.

Auch heute, am 1. September, wurden weitere Ascheemissionen festgestellt. Nach Angaben des VAAC Darwin erreichte die Aschewolke zuletzt Flugfläche FL140, entsprechend etwa 4.300 Metern Höhe. Satellitenbilder von Himawari-9 sowie Meldungen aus der Luft und von Bodenbeobachtern bestätigten das Vorhandensein von Vulkanasche. Die Wolke bewegte sich mit etwa 9 km/h nach Südosten.

Die Behörden warnen ausdrücklich davor, die aktuelle Eruption als abgeschlossen zu betrachten. Das PVMBG bezeichnet den Ausbruch als Initialphase und schließt eine stärkere Eruption nicht aus. Innerhalb eines Radius von drei Kilometern um den Gipfel gilt ein Betretungsverbot; für den Südostsektor wurde die Sperrzone auf sechs Kilometer ausgeweitet. Zusätzlich besteht eine Gefahr durch Lahare entlang der Flüsse, die am Sinabung entspringen.

Die Katastrophenschutzbehörde von Nordsumatra bereitete gestern vorsorglich die Evakuierung von 2.451 Menschen vor. Betroffen sind die Dörfer Payung mit 2.051 Einwohnern und Kuta Tengah mit rund 400 Bewohnern. Sie sollen heute nach Batukarang beziehungsweise Sukatepu gebracht werden.