Seismizität nimmt am Anak Krakatau deutlich zu – schwache Eruptionen gehen weiter
Am indonesischen Inselvulkan Anak Krakatau hat sich Ende August nicht nur die vulkanische Aktivität verstärkt, sondern auch die Seismizität. Die aktuellen Messdaten von VSI und dem PVMBG zeigen seit einigen Tagen einen deutlichen Anstieg der Hybriderdbeben, die gestern nochmal einen Sprung auf sehr hohe Werte verzeichneten. Zudem ereignete sich eine Eruption, die Vulkanasche 200 m über Kraterhöhe aufsteigen ließ.
Die bisher letzte Eruption manifestierte sich am 31. August um 05:56 Uhr Ortszeit. Dabei stieg eine dünne Aschewolke etwa 200 Meter über den Gipfel beziehungsweise 357 Meter über den Meeresspiegel auf. Das Ereignis dauerte 14 Sekunden und erreichte eine maximale seismische Amplitude von 47 Millimetern.

Interessanter ist die Seismizität des Vulkans. Innerhalb von 24 Stunden wurden insgesamt 529 vulkanisch bedingte Erdbeben registriert. Darunter befanden sich 212 Beben mit niedrigen Frequenzen sowie 258 Hybrid- beziehungsweise Mehrphasenbeben. Hinzu kamen 59 Entgasungsbeben und vier kontinuierliche Tremorphasen. Einen Tag zuvor waren 51 Low-Frequency- und 184 Hybridbeben sowie 51 Entgasungsbeben registriert worden. Besonders die Hybridbeben nahmen damit innerhalb eines Tages um ca. 40 Prozent zu.
Hybride Erdbeben vereinen in ihrem Signal Schwingungen von hohen und niedrigen Frequenzen, die einerseits vulkanotektonisch bedingt sind, andererseits von Fluidbewegungen zeugen und häufig von aufsteigendem Magma ausgelöst werden, das sich in geringen Tiefen unter einem Vulkan bewegt. Am Anak Krakatau nahm insbesondere dieser Erdbebentyp in den letzten 4 Tagen konstant zu. Die Werte lagen deutlich über dem Erdbebenschwarm, der im Juni kurz vor Beginn der neuen Aktivitätsphase registriert wurde: ein möglicher Hinweis darauf, dass sich die eruptive Aktivität in den nächsten Tagen signifikant verstärken könnte.
Die aktuelle Aktivität ist Teil einer seit Juli deutlich intensivierten Eruptionsphase. Der Alarmstatus steht weiterhin auf Level III (Siaga). Bereits Mitte August wurden zahlreiche Ascheemissionen und auch explosive Ereignisse mit dem Auswurf glühender Schlacke beobachtet. Wegen der anhaltenden Aktivität gilt weiterhin eine Sperrzone von drei Kilometern um den aktiven Krater.