Island: Erdbeben und Bodenhebung am 31. August

Analyse zu Erdbeben und Bodenhebung auf Island – stärkster Erdstoß Mb 3,0 unter Bardabunga

Unter der vulkanisch geprägten Insel Island gab es in den letzten 24 Stunden erneut eine Reihe interessanter Erdbeben, die mit dem Vulkanismus entlang des Mittelozeanischen Rückens zusammenhängen, der quer durch Island verläuft und über den Meeresspiegel angehoben wurde. Das prägnanteste Erdbeben manifestierte sich unter der Ostflanke des subglazialen Vulkans Bardabunga und hatte eine Magnitude von 3,0.

Dieses Erdbeben ereignete sich am Sonntag, dem 30. Juni, um 15:34:36 UTC und hatte ein Hypozentrum auf Höhe des Meeresspiegels. Somit handelte es sich um ein sehr flach gelegenes Erdbeben, das deutlich zu spüren gewesen sein müsste, wären in dem Areal Menschen unterwegs gewesen. Der Erdstoß kam nicht allein und war Teil eines Schwarms. Innerhalb von 48 Stunden registrierte das IMO 42 Beben im Bereich des Vatnajökull, inklusive einiger Erdstöße außerhalb des Gletschers, die sich bei Askja und Herdubreid ereigneten.

Die Bodenhebung der Askja-Caldera ist in den letzten Monaten ohne Eruption zum Erliegen gekommen. Diese hatte 2021 eingesetzt und verlief in den ersten Monaten sehr schnell. Insgesamt hob sich der Boden an der Messstation OLAC um mehr als 80 cm. Interessanterweise gibt es seit letztem Monat eine leichte Bodenhebung von 2 Zentimetern an den GNSS-Messstationen im nördlichen und südlichen Randbereich der Caldera.

Die Bodenhebung im Svartsengi-Gebiet geht indes langsam weiter, und es dürften sich inzwischen etwa 30 Millionen Kubikmeter Magma unter dem Areal auf Reykjanes angesammelt haben. Die Erdbebentätigkeit bleibt gering, obgleich es in den letzten Stunden zwei schwache Erschütterungen bei Grindavík gab. Ob die Schwarmbeben vor der Westspitze der Halbinsel mit den Bodenhebungen im gut 20 Kilometer entfernten Svartsengi-Gebiet im Zusammenhang stehen, bleibt ungewiss. Jedenfalls manifestierte sich kurz vor der Küste bei Reykjanestá erneut ein Schwarmbeben, das sich aus gut 40 Erschütterungen zusammensetzt.

Natürlich blieb auch der subglaziale Vulkan Katla, der unter dem Gletscher Mýrdalsjökull verborgen liegt, nicht ohne Seismizität und zeichnet für zehn schwache Erdbeben verantwortlich, die sich innerhalb von 48 Stunden ereigneten.

Obwohl Island weiterhin eine rege Seismizität zeigt und die Bodenhebung bei Svartsengi weitergeht, lässt sich aus den beschriebenen Daten kein unmittelbar bevorstehender Vulkanausbruch ablesen. Dennoch könnte gerade bei Svartsengi ein Ausbruch spontan einsetzen.