Erdbebenserie bei Granada hält abgeschwächt an – neue Analyse veröffentlicht
Die Erdbebenserie beim spanischen Ort Alhendín südlich von Granada ist auch am 31. August noch nicht beendet. Das IGN hat seine Analyse heute aktualisiert und zählt seit Beginn der Aktivität am 14. August insgesamt 1.430 Erdbeben. Damit zählt der Erdbebenschwarm zu den intensivsten des bisherigen Jahres. Die meisten Erschütterungen blieben unter Magnitude 2, immerhin zwölf erreichten Mb 3,0 oder mehr. 122 Erschütterungen wurden von der Bevölkerung wahrgenommen. Aufgrund der überwiegend flachen Hypozentren konnten auch schwächere Beben kleiner Mb 3,0 wahrgenommen werden.

Die aktuellen Messungen zeigen, dass die Erde im Raum Granada weiterhin in Bewegung ist. Nach Angaben des EMSC ereigneten sich am 29. August mehrere Beben unmittelbar im bisherigen Gebiet des Schwarms. Das stärkste erreichte Mb 2,3. Am 30. August folgten mehrere weitere Erschütterungen bis Mb 1,6, bevor am 31. August erneut zwei Beben der Magnitude 1,5 registriert wurden. Die Aktivität ist damit deutlich schwächer als während der Hauptphase, aber noch vollständig abgeklungen.
Die beiden stärksten Ereignisse der Serie ereigneten sich am 14. und 18. August und erreichten jeweils Mw 4,8. Besonders bemerkenswert war die Erdbebenfolge am 18. August: Innerhalb von zwei Stunden folgten drei weitere stärkere Beben mit Mw 3,9, 4,2 und 4,0.
Laut den IGN-Forschern waren die Ereignisse tektonischen Ursprungs. Die Herdmechanismen sprechen für Erdbeben an Normalverwerfungen, die überwiegend in nordwest-südöstlicher Richtung verlaufen. Die Beben liegen sehr flach, allesamt in weniger als zehn Kilometern Tiefe. Damit befinden sie sich innerhalb eines bekannten Störungssystems des Granada-Beckens, das von den aktiven Verwerfungen von Dílar, Granada, Santa Fe und Belicena-Alhendín geprägt wird.
Die Intensität der beiden Mw-4,8-Beben erreichte in der Region Granada V bis VI EMS-98. Es wurden vor allem nichtstrukturelle Schäden und herabfallende Gegenstände gemeldet. In Armilla registrierten Messgeräte bei beiden Beben eine maximale Bodenbeschleunigung von etwa 0,24 g – etwas mehr als der für Alhendín berechnete Wert von 0,23 g für ein Ereignis mit einer statistischen Wiederkehrperiode von 475 Jahren.
Der IGN verstärkt deshalb die Überwachung mit zwei zusätzlichen mobilen Messstationen. Die aktuelle Entwicklung spricht für ein deutlich abklingendes, aber weiterhin aktives Schwarm- beziehungsweise Nachbebengeschehen.