Sakurajima eruptiert in dichter Folge – 13 Aschewarnungen innerhalb von zwei Tagen
Der japanische Vulkan Sakurajima ist in eine Phase deutlich gesteigerter explosiver Aktivität eingetreten. Seit dem 30. August wurden vom VAAC Tokio bereits 13 Vulkanasche-Warnungen herausgegeben. Die Meldungen dokumentieren eine ungewöhnlich dichte Folge von Eruptionen, bei denen Aschewolken teilweise mehrere Kilometer hoch aufstiegen und vom Wind über die Bucht von Kagoshima verfrachtet wurden. Die JMA bestätigte in ihrem jüngsten Bulletin 22 Eruptionen innerhalb von 4 Tagen.
Die deutliche Aktivitätssteigerung begann am Sonntag, dem 30. August, und setzte sich auch heute fort. Nach Angaben des VAAC ereignete sich die bisher jüngste Eruption um 17:44 Uhr Ortszeit. Wie die anderen Ascheeruptionen auch ging sie vom Minamidake-Gipfelkrater aus. Die Aschewolke erreichte eine Höhe von etwa 3.000 Metern über dem Meeresspiegel, was einer Höhe von 1.900 Metern über dem 1.117 Meter hohen Vulkan entspricht. Der Wind wehte die Asche in drei Kilometern Höhe mit einer Geschwindigkeit von etwa 20 km/h in Richtung Nordwesten und damit auf den Flughafen Kagoshima zu.
Die Aktivitätssteigerung kam nicht völlig unerwartet, denn in der Vorwoche wurden 2 Phasen mit Bodenhebungen am Sakurajima registriert, die von aussteigendem Magma zeugten. Die japanische Wetterbehörde JMA registrierte zwischen dem 28. und 31. August 22 Eruptionen am Minamidake-Gipfelkrater, während der etwas tiefer gelegene Showadake ruhig blieb. Die Eruptionswolken steigen bis zu 2.000 Meter über den Kraterrand auf.
Die JMA, die Entwicklung, warnt, dass Lavabrocken auf ballistischen Bahnen mehr als einen Kilometer weit geschleudert werden können. Außerdem besteht die Gefahr kleiner pyroklastischer Ströme. Deshalb bleibt die Vulkanwarnstufe 3 bestehen; der Zugang zum Vulkan und insbesondere der Aufstieg in die Gipfelregion bleiben untersagt.
Für die Bevölkerung von Kagoshima ist die Aktivität unmittelbar spürbar. Bei einer Eruption wurden Ascheablagerungen in Richtung Südwesten prognostiziert. Für die Stadt Kagoshima, einschließlich des Sakurajima-Gebiets, wurde zeitweise mäßig starker Aschefall erwartet. Bei stärkerem Aschefall können Sichtbehinderungen auftreten, während kleine vulkanische Gesteinsfragmente vom Wind verfrachtet werden können.
