Stromboli erzeugt Lavaüberläufe am laufenden Band – Lavastrom auf der Sciara del Fuoco unterwegs
Kurz nach Mitternacht begann am Inselvulkan Stromboli ein weiterer Lavaüberlauf aus dem N2-Schlot im nördlichen Kratersektor. Hierbei handelt es sich um einen relativ weit unten liegenden Schlot an der Basis des Kraterbereichs, der zur Sciara del Fuoco offen ist. Dadurch können Lavaströme ungehindert über die Vulkanflanke abfließen. Die explosive Aktivität hält mit variabler Intensität aus den anderen Schloten an. Außerdem gibt es Lavaspattering.

Wie das italienische Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) berichtet, zeigten Analysen von Überwachungskamerabildern, dass die effusive Aktivität am 23. Februar gegen 00:00 UTC begann und ein Lavaüberlauf aus dem nördlichen Kraterbereich einsetzte. Dabei entstand ein Lavastrom, dessen Fronten sich im oberen Teil der Sciara del Fuoco befanden. Aus seismischer Sicht lag die durchschnittliche Amplitude des vulkanischen Tremors im durchschnittlichen Bereich. Es wurden keine signifikanten Veränderungen in der Häufigkeit und Amplitude von Explosionsbeben festgestellt und auch in den GNSS-Netzwerkdaten wurden keine größeren Veränderungen beobachtet. Allerdings wurde um 02:50 UTC eine moderate Wärmestrahlung mit 11 MW Leistung registriert.
Wie ein Blick auf die Thermalcam bestätigt, hält die beschriebene Aktivität heute Vormittag weiter an. Auf der normalen Kamera ist indes wenig zu erkennen. Die Lavaströme fließen durch Schluchten, die sich immer tiefer in den Vulkanhang eingraben und so vor Blicken weitestgehend verborgen sind.
Die Serie der Lavaüberläufe begann in der letzten Woche und entspricht dem typischen Aktivitätsmuster, das wir in den letzten Jahren immer wieder am Stromboli beobachten konnten. Zwar liefern die Überwachungsdaten keinen Hinweis darauf, doch es sieht so aus, als würde ein größerer Magmenkörper aus der Tiefe aufsteigen, wodurch der Druck im Fördersystem erhöht wird, was immer wieder Magma aus dem Fördersystem quetscht, noch bevor der größere Körper das obere Fördersystem erreicht hat. Tut er das, droht ein größerer Strom, der sich gewaltsam seinen Weg bahnt und im Schlotbereich Kollapse auslöst, die dann ihrerseits pyroklastische Ströme verursachen. Solche Phasen werden für gewöhnlich durch eine Serie tiefer Erdbeben im Umkreis des Stromboli und im südöstlichen Tyrrhenischen Meer eingeleitet.