Weitere phreatische Eruption aus dem Kratersee von Volcano Island in der Taal-Caldera
Am Sonntagabend hat der philippinische Vulkan Taal seine anhaltende Unruhe ein weiteres Mal unter Beweis gestellt, als sich um 20:27 Uhr Ortszeit eine kurze phreatomagmatische Eruption ereignete. Wie die Vorgängereruptionen auch manifestierte sie sich aus dem Kratersee auf Volcano Island, dem aktuellen Eruptionszentrum des großen Calderavulkans nahe der philippinischen Hauptstadt.
Das Zusammenspiel von magmatisch bedingter Erdwärme und Wasser löste eine rund drei Minuten andauernde Explosion aus, die asche- und dampfreiche Fontänen bis auf etwa 1.200 Meter Höhe schleuderte. Die Wolke zog anschließend nach Nordosten. Das Ereignis wurde seismisch, infrasonisch und visuell erfasst. Hinzu kam eine thermische Erfassung mit Hilfe der automatisch betriebenen Messstationen am Westrand des Kraters und bei Daang Kastila.
Die Aschewolke erreichte nach Angaben des VAAC Tokyo eine Höhe von Flughöhe 050, was rund 1.500 Metern entspricht. Trotz des Ausbruchs bleibt die Alarmstufe 1 bestehen, die für geringe, aber anhaltende vulkanische Unruhe steht. Die Insel im Taal-See bleibt Sperrgebiet, da jederzeit weitere Ausbrüche auftreten können.
Die Eruption kam keineswegs überraschend und wurde eigentlich bereits früher erwartet, denn besonders in der ersten Juniwoche gab es eine signifikant erhöhte Seismizität, mit einer Spitze von 120 vulkanisch bedingten Erdbeben am 6. Juni. Interessanterweise ließen die Beben nach und in den 244 Stunden vor der Eruption wurde nicht eine einzige Erschütterung registriert.
Bemerkenswert ist, dass bei der letzten Messung am 9. Juli eine Schwefeldioxid-Emission von lediglich 542 Tonnen SO₂ pro Tag gemessen wurde, während es in der Vorwoche mehr als 800 Tonnen am Tag waren. Dieser Rückgang lässt erneut auf eine Teilblockade des Fördersystems schließen, weswegen sich ein hoher Druck im Vulkaninneren aufbaute, der letztendlich die Explosion verursacht haben könnte.
Die derzeit registrierte kurzfristige Inflation der Vulkaninsel deutet zudem darauf hin, dass sich weiterhin Druck im hydrothermalen und magmatischen System aufbaut. Für die Bevölkerung rund um den Taal bedeutet dies, wachsam zu bleiben und die Anweisungen der Behörden strikt zu befolgen.
