Phreatomagmatische Eruption am Taal: Asche- und Dampfwolke erreicht 2500 Meter Höhe
Am philippinischen Taal-Vulkan hat sich am 21. Juli eine weitere phreatomagmatische Eruption ereignet. Nach Angaben des philippinischen Vulkanologischen Instituts PHIVOLCS-DOST begann der Ausbruch um 14:29 Uhr Ortszeit und dauerte etwa drei Minuten. Die Aktivität wurde durch visuelle Beobachtungen und instrumentale Messungen wie Infraschall und Seismik bestätigt. Wie bei den Vorgängerausbrüchen manifestierte sich die Explosion auch diesmal wieder aus dem Kratersee auf Volcano Island.
Bei der explosiven Eruption entstand eine Fontäne aus Wasser und Schlamm vom Seegrund, vermischt mit Vulkanasche und Dampf, die aus dem Hauptkrater des großen Calderavulkans ausgestoßen wurden. Die dabei entstandene Eruptionswolke stieg bis zu 2000 Meter über den Kraterbereich auf und driftete anschließend in südöstliche Richtung. Das VAAC Tokyo gab zwei Vulkanasche-Warnungen heraus. In der ersten hieß es, dass eine Aschewolke in einer Höhe von 5000 Fuß erfasst worden war. Die zweite Warnung bestätigte wenige Minuten später eine Aschewolke in bis zu 8000 Fuß Höhe, was in etwa 2500 m über dem Meeresspiegel entspricht. Das ist zwar nicht die größte Höhe, die eine Aschewolke einer phreatomagmatischen Eruption vom Taal erreichte, spielt aber bereits in der Oberliga mit.
Videoaufzeichnungen einer Webcam dokumentierten das Ereignis. Vor der Hauptphase der in drei Schüben ablaufenden Eruption kam es zu einer kleinen Dampfexplosion, bei der man denken konnte „war es das etwa?“ es lohnt sich aber das Video weiterzuschauen.
Messdaten kündigten des Vulkanausbruch am Taal indirekt an
Der Ausbruch kam nicht völlig überraschend: Bereits in den Vortagen stieg der Tremor weiter an, während der Gasausstoß nachließ, was auf eine ungewöhnliche Situation im Fördersystem hindeutete. Ein vergleichsweise geringer Schwefeldioxid-Ausstoß bei gleichzeitig erhöhtem Tremor ließ auf eine mögliche Blockierung des Magmawegs schließen. Solche Blockaden können dazu führen, dass sich Gasdruck im Untergrund aufbaut und es zu plötzlichen explosiven Entgasungen kommt.
In den Stunden vor der Eruption wurde ein Schwefeldioxid-Ausstoß von lediglich 129 Tonnen pro Tag registriert. Zudem gab es drei vulkanische Erdbeben, darunter zwei Tremorphasen mit einer Dauer von vier und 480 Minuten. Es gab also vor der Explosion einen mehrstündigen Tremor. Gleichzeitig zeigen geodätische Messungen eine kurzfristige Inflation der Vulkaninsel, was auf eine leichte Aufwölbung des Untergrunds durch Magmen- oder Fluidbewegungen hindeuten kann.
Trotz der Eruption bleibt die Warnstufe 1 bestehen. Der Zutritt zur permanenten Sperrzone auf der Taal Volcano Island sowie Bootsverkehr auf dem Taal-See bleiben untersagt. Auch Flugzeuge sollen den Vulkanbereich meiden. Der Taal gilt aufgrund seiner Lage in einem dicht besiedelten Gebiet als einer der gefährlichsten Vulkane der Philippinen.
